Rock an der Wabe steigt zum 10. Mal in Neuerkerode

Neuerkerode.  Headliner sind Fee. Die Inklusionsband The Mix aus Neuerkerode spielt ihren neuen Klima-Song.

Rund 1000 Menschen feierten im vergangenen Jahr sechs Stunden auf dem Dorfplatz in Neuerkerode.

Rund 1000 Menschen feierten im vergangenen Jahr sechs Stunden auf dem Dorfplatz in Neuerkerode.

Foto: Klaus G. Kohn

Am Anfang von Rock an der Wabe stand The Mix. Ohne die inklusive Neuerkeröder Band würde es das Festival nicht geben. Als The Mix 2009 starteten, suchten sie nach Auftrittsmöglichkeiten – und luden Bands zu einem gemeinsamen Event ein. Rock an der Wabe war geboren. Los ging es mit 600 Besuchern auf der Wabe-Wiese. Heute kommen rund 1000 Gäste zu dem, nach Angaben der Veranstalter, größten inklusiven Rockfestival Norddeutschlands. „Rock an der Wabe hat uns einen Kick gegeben, danach ging es nur noch bergauf“, sagt Bandleader Peter Savic. „Das war der erste richtig coole Auftritt der Band. Sich danach unters Publikum zu mischen und sich wie Stars zu fühlen, war das größte für die Musiker“, erinnert sich Horst Waßmann, der den Freizeitbereich bei der Evangelischen Stiftung leitet und das Festival seit sechs Jahren organisiert.

Das Open-Air-Event findet mittlerweile auf dem Dorfplatz in Neuerkerode statt, also im Herzen der Evangelischen Stiftung. Längst ist das Festival fester Bestandteil des lokalen Veranstaltungskalenders – und

The Mix weit über die Grenzen der Samtgemeinde Sickte hinaus eine gefragte Band. Mehr als 30 Auftritte bestreiten die behinderten und nichtbehinderten Musiker und Sänger im Jahr. Sie sind in England aufgetreten, durch Afrika und Nordamerika getourt und waren Teil von „Pop meets classic“. Eine Erfolgsgeschichte, aber vor allem „gelebte Inklusion“, wie Bandleader Peter Savic immer wieder sagt.

Die Bandmitglieder organisieren sich selbst, proben regelmäßig, planen ihre Tourneen und bestreiten ihre Auftritte. Die Pop-Rock-Band singt von fernen Ländern, tiefen Gefühlen oder alltäglichen Problemen. Am Anfang coverten The Mix noch. Heute sind es zu 95 Prozent eigene Songs, die sie auf der Bühne interpretieren. Die behinderten Bandmitglieder sind maßgeblich an der Entstehung der Lieder beteiligt. „Die meisten können nicht lesen oder schreiben. Sie erzählen ihre Geschichte, wir nehmen das auf und spielen dann Vorschläge vor“, berichtet Peter Savic. So ist auch ihr aktueller Song entstanden, „Save the world“, der vom Klimawandel handel. „Das beschäftigt behinderte Menschen auch, dass unsere Meere vermüllen und die Luft schlecht ist“, sagt Savic, der Gitarre spielt und auch singt. Im September wollen sie das Lied im Tonstudio aufnehmen – aber vorher geben sie es am 31. August live bei Rock an der Wabe zum Besten. Mit dabei ist auch die Kultband Fee („Schweine im Weltraum“). Bereits zum zweiten Mal sind Crazy Mike aus Schweden am Start – und die ACDC-Cover-Band Black Rosie sind mittlerweile Stammgäste. Der Eintritt zum Open-Air-Festival ist frei.

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