Ein Leben für das Deutsche Rote Kreuz

Wolfenbüttel.  Juliane Liersch ist seit 50 Jahren beim Deutschen Roten Kreuz, gehört zum Präsidium und leitet Eberts Hof.

Juliane Liersch gehört dem geschäftsführenden  Präsidium des DRK an und leitet Eberts Hof am Großen Zimmerhof, wo der Schriftzug „Willkommen“ in 22 Sprachen an der Hauswand steht.

Juliane Liersch gehört dem geschäftsführenden  Präsidium des DRK an und leitet Eberts Hof am Großen Zimmerhof, wo der Schriftzug „Willkommen“ in 22 Sprachen an der Hauswand steht.

Foto: Stephanie Memmert

Da steht sie vor Eberts Hof und deutet auf eine Tafel: „Willkommen“ steht darauf geschrieben – in 22 Sprachen. „Und das ist auch so gemeint“, sagt Juliane Liersch (68) mit Nachdruck. Hier, am Großen Zimmerhof 29, hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) eine Second-Hand-Boutique, einen Tafel-Laden und seine Info-Stelle untergebracht. Juliane Liersch leitet Eberts Hof.

Die Einrichtung hat ihren Namen von Klaus Ebert übernommen, der Anfang des Jahres verstorben war und das DRK in seinem Testament bedacht hatte. Seit fünf Jahren engagiert sie sich schon für den Rotkreuzshop und die Tafel. Beim DRK aber ist sie schon viel länger ehrenamtlich dabei: 50 Jahre sind es inzwischen.

Mit 18 sei sie in die Bereitschaft des DRK-Ortsvereins Wolfenbüttel eingetreten. Bereitschaft – das sind Sanitätsdienste bei Veranstaltungen. Ihren ersten Bereitschaftsdienst habe sie im Lessingtheater gehabt. „Passiert ist damals nichts, aber ich weiß noch ganz genau, dass ich das Theaterstück richtig spannend fand“, erzählt die gebürtige Braunschweigerin, die in Wolfenbüttel aufgewachsen ist.

Später übernahm sie die Verpflegungsgruppe des DRK in Wolfenbüttel. Sie ließ sich zur Zugführerin ausbilden – damals noch eine Männerdomäne. Die Ausbildung fand an der Katastrophenschutzschule in Bad Nenndorf statt. „Weil ich die einzige Frau war, durfte ich dort nicht schlafen. Ich musste in einer Pension übernachten, wurde zur Schulung abgeholt und abends wieder in die Pension gebracht.“ Ihre nächste Station war das Jugendrotkreuz, das sie im DRK-Ortsverein Wolfenbüttel leitete. Gern erinnert sie sich an die 20 Jahre, in denen sie mit Markus Wengelnik immer mehr Jugendrotkreuzgruppen im Kreis Wolfenbüttel ins Leben rief. Juliane Liersch gründete den Jugendrotkreuzchor, den sie fast 25 Jahre leitete. Sie gab Gitarrenkurse, hatte selbst an die 25 Gitarren: „Damit jeder mitmachen kann – auch sozial Schwächere, die sich keine Gitarre leisten konnten.“ 16 Jahre ist es jetzt her, dass sie gefragt worden sei, ob sie nicht geschäftsführender Vorstand des DRK-Kreisverbandes Wolfenbüttel werden wolle. Daraus ist das geschäftsführende Präsidium geworden. Juliane Liersch gehört mit Axel Szybay und Friedbert Schwarz zu den Stellvertretern von Präsident Horst Kiehne.

Über ihr 50-jähriges Engagement sagt sie selbst: „Das alles funktioniert nur, wenn die Familie mitzieht.“ Ihr Ehemann Achim Liersch ist Ausbilder im DRK und – wen wundert’s – ihr Sohn Tobias ist Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Halchter. Ihr jüngstes Kind aber ist der DRK-Strickkreis, den sie vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. 22 Frauen stricken zugunsten der Tafel.

Erstmals können die Leser unserer Zeitung den „Wolfenbütteler des Jahres“ wählen. Unsere Redaktion hatte dazu aufgerufen, Bürger in der Stadt und im Landkreis Wolfenbüttel vorzuschlagen, die sich besonders engagieren. Daraufhin sind in der Redaktion eine Fülle von Vorschlägen eingetroffen, denn jedermann durfte Vorschläge einreichen.

Unterdessen hat eine Jury, bestehend aus der Redaktion und der Curt Mast Jägermeister Stiftung als Partner der Wolfenbütteler Zeitung für diese Aktion, getagt und eine Vorauswahl getroffen. Ins Finale kommen nun zehn Kandidaten.

Dabei handelt es sich um Frauen und Männer sowie um Gruppen, die sich seit Jahren engagieren. Unser Anliegen ist es, diese stillen Helden des Alltags aus dem Schatten ins Licht der Öffentlichkeit zu holen und ihnen für ihr Engagement zu danken. Die Redaktion stellt die zehn Kandidaten in den nächsten Tagen vor, so dass sich unsere Leser ein Bild machen können.

Und dann wird es spannend. In unserer Wochenendausgabe am Samstag, 29. September, stellen wir nochmals alle Kandidaten auf einen Blick auf einer Sonderseite sowie im Internetauftritt unserer Zeitung vor. Nun haben Sie, verehrte Leser, die Wahl. Stimmen Sie ab und vergeben Sie den Titel „Wolfenbütteler des Jahres“.

Die Abstimmung findet am Samstag, 29., und am Sonntag, 30. September, im Online-Auftritt unserer Zeitung statt. Wer die meisten Stimmen hat, gewinnt. Es gibt einen ersten, zweiten und dritten Platz. Ausgelobt wird auch ein Sonderpreis.

Der Wolfenbütteler des Jahres wird am Montag, 22. Oktober, während einer Gala im Orchestersaal der Landesmusikakademie gekürt.

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