Annegret Ihbe: Politik braucht mehr Frauen

Wolfenbüttel  Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen veranstaltet ihren Neujahrsempfang.

Staatssekretär Jörg Röhmann besuchte den Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen.

Staatssekretär Jörg Röhmann besuchte den Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen.

Foto: Kleinert

„Politik braucht Frauen.“ So leitete Vorsitzende Annegret Ihbe ihre Begrüßungsrede beim Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Bezirk Braunschweig ein, der am Samstag in der Schünemannschen Mühle in Wolfenbüttel stattfand.

Das Thema Gleichstellung von Frauen und Männern in Partei und Gesellschaft hat sich die AsF zum Ziel gesetzt. Das wurde in den Redebeiträgen vor den 100 Gästen – unter ihnen als einer der wenigen Männer Jörg Röhmann, Staatssekretär im niedersächsischen Sozialministerium – immer wieder deutlich.

Doch trotz rechtlicher Gleichstellung ist die tatsächliche Gleichstellung immer noch nicht vollständig erreicht, sagte Ihbe, die an diesem Tag Geburtstag hatte und von den Genossinnen zahlreiche Geschenke erhielt. Die Braunschweigerin nannte Beispiele: Ein Ungleichgewicht bestehe noch immer bei der Bezahlung im Beruf, wo Frauen im Schnitt noch deutlich schlechter abschneiden. Auch auf politischer Ebene herrsche kaum Ausgewogenheit. Dies machte die Wolfenbütteler AsF-Unterbezirksvorsitzende Dunja Kreiser deutlich: In den politischen Gremien in Kommune und Land seien Frauen noch deutlich unterrepräsentiert. „In den Gemeinderäten sitzen gerade einmal 23 Prozent Frauen“, wusste Kreiser, die, wie sie betonte, als Bürgermeisterin der Gemeinde Evessen gerne Verantwortung und Führungsrolle trägt. Womit Kreiser die einleitenden Worte ihrer Bezirksvorsitzenden aufgriff: „Politik braucht Frauen.“ Sie würden Dinge weniger mit einer Ellenboden-Mentalität, sondern häufig mit klarem Verstand angehen.

Kernthema in 2016 werde laut Annegret Ihbe die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge sein. Darüber hinaus müsse aber auch der Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft gesichert werden.

Lyrisch-satirisch und politisch-poetisch waren die Worte, die Thorsten Stelzner wählte. Gebürtiger Wolfenbütteler sei er, verriet der Polit-Poet seinem Publikum. Er freue sich auf jedes „Heimspiel“, und jenes am Samstag ging er gewohnt offensiv an. Mit einem Mix aus bitterböser Satire, liederlicher Lyrik und politischen Weckrufen bot er das Kontrastprogramm.

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