VW/Wolfsburg

Das rollende Schlafabteil von Volkswagen

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Mit Flügeltüren: So sieht das Showcar Gen.Travel von VW aus. Echte VW-Fans werden sich an das Design wohl erst noch gewöhnen müssen.

Mit Flügeltüren: So sieht das Showcar Gen.Travel von VW aus. Echte VW-Fans werden sich an das Design wohl erst noch gewöhnen müssen.

Foto: Volkswagen AG

Wolfsburg.  Das Forschungsfahrzeug mit den Flügeltüren fährt autonom. Derweil können die Mitfahrenden konferieren oder komplett abschalten.

Im Rahmen des Edel-Oldtimertreffens Chantilly Arts & Elegance bei Paris präsentiert der Volkswagen-Konzern kürzlich eine Designstudie, die die zukünftige Langstreckenmobilität neu definieren soll. Das vollelektrisch angetriebene Innovation Experience Vehicle (IEV) sei ein realer Prototyp, es fährt laut einer VW-Pressemitteilung autonom (Level 5) und gebe einen realistischen Ausblick auf die Mobilität im nächsten Jahrzehnt. Das Design des Gefährts ist für treue VW-Kunden sicherlich gewöhnungsbedürftig. Dafür können Reisende darin bequem schlafen, versprechen die Wolfsburger.

Eine Alternative zu Kurzstreckenflügen

„Aufgrund seines modularen Interieur-Konzepts stellt das Fahrzeug eine flexible und nachhaltige Mobility-as-a-Service Alternative zu Kurzstreckenflügen dar“, schreibt Volkswagen. Als Forschungsfahrzeug diene der „Gen.Travel“ dazu, das Konzept und neue Funktionalitäten auf seine Resonanz bei Kunden und Kundinnen zu testen. Auf Basis der Ergebnisse solcher Studien würden einzelne Features später in Serienfahrzeuge übertragen. Die Studie soll eine neue Fahrzeugkategorie im Premium-Portfolio zwischen Limousine und Multi Purpose Vehicle (MVP, eine Art Vielzweckfahrzeug) definieren. „Mit seiner New Auto-Strategie definiert Volkswagen die Mobilität für die Generationen von morgen – nachhaltig und digital,“ sagt Nikolai Ardey, Leiter Volkswagen Group Innovation. „In der konzernweiten Innovationsforschung entwickeln wir diese Idee weiter und zeigen, wie unsere Kundinnen und Kunden zukünftig Mobilität erleben können – zum Beispiel als Service. Mit dem Gen.Travel wird heute schon erlebbar, was in naher Zukunft mit innovativer Technologie möglich sein wird“, konkretisiert Ardey. Das Show-Car fährt autonom und macht laut VW aus dem Fahrer einen entspannten Reisegast, der Zeit für andere Dinge hat: Arbeit. Entspannung. Entertainment. Familie.

Die Lichtführung soll Reisekrankheit verhindern

Klaus Zyciora, Leiter Volkswagen Konzern Design, erläutert: „Der Gen.Travel verkörpert das visionäre Design von übermorgen für die Mobilität von morgen. Die effiziente Formgebung prägt das extrem markante Design. Das Automobil wird nicht nur besser, sondern auch aufregender als jemals zuvor.“ Das Fahrzeug kann für jede Reise individuell angepasst und als Mobility-as-a-Service-Angebot (Mobilität als eine Dienstleistung) gebucht werden. Je nach Konfiguration können bis zu vier Personen transportiert werden. Für Geschäftsreisen bietet das Konferenz-Angebot mit vier bequemen Sesseln und einem großen Tisch in der Mitte des Innenraums ein entsprechendes Umfeld. „Dynamische Lichtquellen schaffen eine angenehme Arbeitsumgebung und vermeiden die Gefahr von Kinetose (Reisekrankheit). Eine Konfiguration im Overnight-Setup ermöglicht die Umwandlung zweier Sitze in vollständig ausklappbare Betten. Ein innovatives Insassenrückhaltesystem sorgt für Sicherheit auch im Liegen. Das Lichtsystem beeinflusst die Melatoninausschüttung und hilft den Passagieren so, natürlich einzuschlafen und aufzuwachen“ schreibt VW.

Kinder werden mit der AR-Brille bespaßt

Für Reisen mit der Familie kann der Gen.Travel mit Frontsitzen für das Unterhaltungsprogramm der Kinder via Augmented Reality (AR) konfiguriert werden. Der Innenraum ist hell und natürlich gestaltet. Alle HMI-Elemente (Human-Machine Interface) werden aus nachhaltigen Materialien hergestellt, kombiniert mit recycelten oder natürlichen Rohstoffen. Die futuristische Außenform des Zukunftsmobils gliedert sich in zwei Teile: Die transparente, gläserne Kabine ist eingebettet in den unteren Teil, der alle technischen Features beherbergt. Die Fensterkante liegt auf Gürtellinie und damit sehr niedrig, um die Sicht nach draußen zu maximieren. Gleichzeitig spürten die Passagiere keine äußeren Einflüsse, wenn sie flach im Wagen liegen. Die Flügeltüren erlauben einen besseren Ein- und Ausstieg.

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