Wolfsburger Dehoga nennt der Politik eine Frist

Wolfsburg.  Die Öffnung der Gastronomie nach dem Lockdown braucht Planbarkeit, findet der stellvertretende Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbandes, Florian Hary.

Angekettete Tische und Stühle vor einem Restaurant:: Darüber, wann und wie es in der Gastronomie weitergehen kann, wollen die Gastronomen mehr Klarheit.

Angekettete Tische und Stühle vor einem Restaurant:: Darüber, wann und wie es in der Gastronomie weitergehen kann, wollen die Gastronomen mehr Klarheit.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Die Gastronomie darf bis zunächst 20. Dezember weiterhin keine Gäste im Hause bedienen. Während die Fortsetzung des Teillockdown für den stellvertretenden Vorsitzenden des Dehoga-Kreisverbandes Wolfsburg-Helmstedt, Florian Hary, noch nachvollziehbar erscheint, sieht er eine kurzzeitige Öffnung zu den Feiertagen und zum Jahreswechsel kritisch.

Eine bundesweite Umfrage des Dehoga habe ergeben: 90 Prozent der Gastronomen sehen darin keine Wirtschaftlichkeit . „Das Außer-Haus-Geschäft ist sicher kein Problem, aber die Öffnung der Gastronomie braucht Planbarkeit, so der Gastronom. Diese Tatsache sei vergleichbar mit der Frage, ob die Menschen nun in den Winterurlaub verreisen können oder eben nicht. „Dabei rede ich nur von innerdeutschen Reisen“, ergänzt er.

Forderung: Bis zum 7. Dezember soll klar sein, wie es weitergeht

Verordnungen zur Eindämmung des Corona-Virus sind an die Entwicklung der Infektionszahlen gekoppelt. „Sicher lassen sich auf dieser Basis in Sachen Öffnung der Gastronomie schwer Entscheidungen treffen“, sagt Florian Hary, der aber eine klare Forderung aufstellt: „ Bis zum 7. Dezember muss klar sein, wie es weitergeht, damit wir überhaupt planen können.“

Noch deutlicher wird er bei der vom Bund zugesagten Novemberhilfe . Diese war sozusagen Bedingung für den Teillockdown. Die Auszahlung der Gelder hat sich offenbar deutlich verzögert. „Die Sozialabgaben sind bei allen abgebucht, Kreditraten sind fällig, Fixkosten kommen, und kaum ein Betrieb kann das aktuell bezahlen, denn es ist noch keine Novemberhilfe auf dem Konto eingegangen, weil das Portal , über das man das Geld beantragen muss, zusammengebrochen ist“, erklärt Hary. Das schaffe kein Vertrauen, im Gegenteil: „Sowas bringt die Unternehmer in unangenehme Situationen, weil sie ihren Banken nicht einmal etwas anbieten können.“

Novemberhilfe soll rasch gezahlt werden

Als Novemberhilfe sind 75 Prozent des Umsatzes im November 2019 als Ausgleich für den Lockdownmonat November 2020 gemeint. Diese seien überlebenswichtig für die Branche, so Hary. „Wir haben Unternehmer und Hoteliers, die um ihre Existenz bangen , und dann kommt so ein Nackenschlag.“

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