Corona in Wolfsburger Heimen: Verantwortliche alarmiert

Wolfsburg.  In fünf Pflegeheimen gibt es Coronafälle. Hunderte Wolfsburger sind in Quarantäne. Volkswagen unterstützt mit Coronatests.

Dr. Volker Heimeshoff vom Wolfsburger Geschäftsbereich Soziales und Gesundheit bespricht sich mit Bundeswehrsoldaten, die in der Coronakrise Testteams des Gesundheitsamtes verstärken. Weitere Hilfe kommt jetzt vom Volkswagen-Gesundheitsschutz. 

Dr. Volker Heimeshoff vom Wolfsburger Geschäftsbereich Soziales und Gesundheit bespricht sich mit Bundeswehrsoldaten, die in der Coronakrise Testteams des Gesundheitsamtes verstärken. Weitere Hilfe kommt jetzt vom Volkswagen-Gesundheitsschutz. 

Foto: Lars Landmann / Stadt Wolfsburg

Coronafälle in Wolfsburger Pflegeheimen bieten so großen Anlass zur Sorge, dass sich Monika Müller am Mittwochnachmittag in einer Videobotschaft an die Bevölkerung wandte.

Doe Sozial- und Gesundheitsdezernentin erklärte, dass es in den vergangenen Tagen zunehmend zu Infektionen in Pflegeheimen gekommen sei – bei Mitarbeitern und Bewohnern. Sie bat Besucher dringend darum, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, vor allem aber Maske zu tragen. „Damit sie Weihnachten unbeschadet erleben und feiern können.“

„Größerer Ausbruch“ im Wolfsburger Emmaus-Heim

Über Coronafälle in fünf Pflegeheimen und einen „größeren Ausbruch“ in einem davon informierte Dr. Volker Heimeshoff vom Geschäftsbereich Soziales und Gesundheit wenig später den Gesundheitsausschuss. Nach WN-Informationen haben sich zwei Bewohner und drei Mitarbeiter des Emmaus-Heims in der Wolfsburger Stadtmitte mit Covid-19 angesteckt, und die Tests sind noch nicht abgeschlossen.

Maßnahmen aufgrund von Coronafällen hat das Gesundheitsamt auch in zahlreichen Kindertagesstätten und Schulen angeordnet. In sechs Schulen wird wieder in geteilten Klassen unterrichtet, die Schüler bleiben abwechselnd zu Hause. Rund 300 Wolfsburger befinden sich als Kontaktpersonen von Infizierten in häuslicher Quarantäne.

Gesundheitsamt unterhält Zweigstellen im Berliner Ring und der Goethestraße

Das Gesundheitsamt ist mit Tests, Kontaktverfolgung und Anordnung von Quarantänen derart gefordert, dass es zwei Zweigstellen im Berliner Ring und in der Goethestraße eingerichtet hat. Ärzte, Hygieneinspektoren und medizinische Fachangestellte schieben Wochenenddienste. Neben Soldaten hilft jetzt auch VW bei Coronatests. Der Gesundheitsschutz der Volkswagen AG macht an Werktagen bis zu 20 Abstriche.

„Ein Unding“ ist das ebenso wie das Engagement der Bundeswehr aus Sicht der AfD-Ratsfrau Elvira Dresler. Ihre Parteikollegin Gabriele Schröder und sie zogen in Fragen und Zwischenrufen lautstark die Sinnhaftigkeit und Rechtmäßigkeit der Maßnahmen in Zweifel.

Dezernentin kontert AfD: „Im Moment Wichtigeres zu tun“

Dezernentin Monika Müller wurde es irgendwann zu bunt. „Wir handeln nach bestem Wissen und Gewissen und nicht willkürlich, sondern so, wie wir es nach Vorschriften, Maßgaben und dem Infektionsschutzgesetz müssen“, entgegnete sie. Die AfD könne nicht vom Gesundheitsamt erwarten, dass es sich auf eine ideologische Diskussion einlasse: „Da hat Herr Dr. Heimeshoff im Moment Wichtigeres zu tun.“

Als „unter jeglichem Niveau“ bezeichnete Frank Richter die Einlassungen der AfD. „Was Sie hier betreiben, bringt keinen voran“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende. Bastian Zimmermann (Linke/Piraten) warf der AfD vor, eine Kampagne zu fahren, um sich mit dem Thema Corona zu profilieren.

Infektionsfälle in Kitas sorgen für Fragen

Zimmermann wollte von Heimeshoff wissen, warum es zu so vielen Infektionsfällen in Kindertagesstätten kommt. Der erläuterte, dass sich die anfängliche wissenschaftliche These, dass Kinder seltener Corona bekommen, als nicht haltbar erwiesen habe. „Wir sind nicht überrascht davon, dass das auch die Kitas betrifft“, sagte er.

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