Wolfsburg und seine Nachbarn planen großes Gewerbegebiet

Wolfsburg.  Wolfsburg, Braunschweig und die Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel wollen sich für Ansiedlungen am Autobahnkreuz Königslutter zusammentun.

Unweit der Autobahn-39-Anschlussstelle Scheppau soll das interkommunale Industriegebiet entstehen, an dem vier Kommunen beteiligt sein könnten.

Unweit der Autobahn-39-Anschlussstelle Scheppau soll das interkommunale Industriegebiet entstehen, an dem vier Kommunen beteiligt sein könnten.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Die Stadt Wolfsburg will sich mit Braunschweig und den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel zusammentun, um ein großes Gewerbegebiet am Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter zu entwickeln.

Das Gelände, auf das die Kommunen ein Auge geworfen haben, liegt südlich der A 2 und östlich der A 39 direkt an der Autobahn-Anschlussstelle Scheppau. 186 Hektar landwirtschaftliche Fläche zwischen den Ortschaften Wohld, Scheppau und Rotenkamp, von denen nach Schätzungen des Regionalverbandes Großraum Braunschweig 120 Hektar für Gewerbe nutzbar wären.

Interkommunales Gewerbegebiet hätte schon Autobahnanschluss

Das Wolfsburger Referat Digitalisierung und Wirtschaft, das den Rat um 50.000 Euro für den Wolfsburger Kostenanteil einer Machbarkeitsstudie bittet, bezeichnet den Autobahnanschluss in der Beschlussvorlage als „ideal“. Auch eine Erschließungsstraße existiert bereits: Die L 633 führt durch das potenzielle Gewerbegebiet. Vom Wolfsburger Stadtzentrum wäre man in 15 Minuten dort, von Braunschweigs Innenstadt in 20, vom Flughafen Braunschweig-Wolfsburg in 10 Minuten, und der Braunschweiger Hafen liegt 20 Minuten entfernt.

Das Gebiet empfiehlt sich aus Sicht der Verwaltungsleute nicht nur wegen der Verkehrsanbindung, sondern auch aufgrund der schieren Größe, die flexible Grundstückszuschnitte ermöglicht. Interesse erwarten die Wolfsburger von größeren Betrieben aus dem produzierenden und verarbeitenden Gewerbe genauso wie von Logistikunternehmen. Sogar von einem Logistik-Hotspot ist die Rede. „24/7“, rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche, könnte im „Interkommunalen Gewerbegebiet Autobahnkreuz A2/A39 (Königslutter)“ gearbeitet werden, so die Vorstellung.

Stadt Wolfsburg will Kooperationsvereinbarung schließen

Bis jetzt haben Wolfsburg, Braunschweig, Helmstedt und Wolfenbüttel noch nicht öffentlich über das Projekt informiert. Für Ende Oktober war eine Pressekonferenz anberaumt. Sie wurde abgesagt. Doch seit Mittwoch ist eine Beschlussvorlage für den Wolfsburger Rat öffentlich einsehbar. Die Verwaltung erwünscht sich grünes Licht für den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung.

Aus Sicht der Kommunen spricht einiges für das Gemeinschaftsvorhaben: In Wolfsburg und Braunschweig werden Industrie- und Gewerbeflächen knapp. Laut Regionalverband benötigen die beiden Großstädte bis 2035 zusammen 316 bis 370 Hektar. Der Landkreis Helmstedt dagegen steht wirtschaftlich schwach da, erst recht seit der Stilllegung des Kohlekraftwerks Buschhaus. Aber er hat Fläche. Und er darf mit 90 Millionen Euro vom Bund für Strukturwandelprojekte rechnen – wovon das „modellhafte“ Gewerbegebiet am Autobahnkreuz eines ist.

Ziel: Oberzentren stärken, Strukturwandel in den Landkreisen unterstützen

„Die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit aller beteiligten Kommunen, wie die der Region, würde nachhaltig gestärkt“, schreibt das Wolfsburger Referat Digitalisierung und Wirtschaft über das Interkommunale Gewerbegebiet. Dieses stärke die Oberzentren Wolfsburg und Braunschweig, unterstütze den Strukturwandel in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel und fördere den Regionsgedanken.

Logisch: Wenn Unternehmen der Region erhalten bleiben, weil sie sich vergrößern können, wenn neue Firmen hinzukommen und Fachkräfte da bleiben, profitieren alle. Arbeitnehmer geben ihr Geld nicht nur in ihrem Wohnort aus, sie fahren zum Einkaufen und zur Freizeitgestaltung in die Nachbarstädte. Kommunen, die Gewerbesteuern einnehmen, investieren – das wiederum sichert Arbeitsplätze und schafft weitere, auch in der Nachbarschaft.

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