Lieder über Gefühle treffen in der Autostadt auf Maschinenwesen

Wolfsburg.  Das Herbstprogramm der Wolfsburger Freizeiteinrichtung bietet an diesem Wochenende außergewöhnliche Walking Acts und einige Musikkünstler.

Phil Siemers ist eigentlich im Jazz zuhause, rockte am Wochenende aber mit seiner Band.

Phil Siemers ist eigentlich im Jazz zuhause, rockte am Wochenende aber mit seiner Band.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Kuhglockengeläut in der Autostadt. An diesem Wochenende präsentieren drei Straßenkünstler aus dem Süden ein tierisches Spektakel in der Autostadt. Am Samstag rannten die Kinder los, wenn sie des Anblicks gewahr wurden, die Jugendlichen und die Erwachsenen beschleunigten ebenfalls ihre Schritte. Und zogen dabei häufig ihre Smartphones aus der Tasche, um (bewegte) Bilder zu machen. Der Schweizer Klemens Brysch sowie die Münchner Egmond Körner und Michael Krapf trieben fünf Rindviecher über den Platz.

Das Besondere: Die zwei Stiere und die drei Kühe waren mit Mini-Motoren angetriebene Maschinenwesen. Zusammengebaut von ihren geistigen Vätern aus alten Fahrradteilen. Die Hörner beispielsweise bildeten ausrangierte Lenker und eine Konstruktion aus Fahrradketten sorgte für die Bewegung der stelzenförmigen Beine. Die surreale Vorführung macht auch ihren Erfindern immer noch Spaß. „Wir freuen uns, wenn sich unsere Zuschauer freuen“, sagte Brysch mit Blick auf die staunende Menge am Rande des Rinderauftriebs.

Schabernack durch die Komödianten Hodman & Sally

Für allerlei Schabernack sorgten am Wochenende im Autostadt-Herbstprogramm auch die englischen Walking-Act-Komödianten Hodman & Sally. Beim Auftakt am Samstagmittag konnten sie noch nicht in Aktion treten. Die mit dem Flieger angereisten Briten warteten noch auf ihr Gepäck.

Diese Probleme hatten der Hamburger Sänger Phil Siemers sowie seine Begleitmusiker Markus Schröder, Daniel Stritzke und Andre Wenzlitschke, Künstlername Mickey de., nicht. Pünktlich um 12.30 Uhr legten sie am Sonnabend vor dem Zeithaus los. Für das Quartett war es die Premiere in puncto Straßenmusik. Aber das tat der Qualität keinen Abbruch. Im Jazz sind sie auch zuhause, am Samstag jedoch gingen die Künstler mit leicht rockigen Kompositionen zu Werke. Siemers präsentierte eigene Lieder mit deutschen Texten, die unterschiedliche menschliche Gefühlslagen thematisierten. Liebe, Hass, Neubeginn, das alles fand sich in den Liedern. Unter anderem präsentierte er den Zuhörern den Titelsong seiner ersten CD. „Ein Wortspiel“, nannte der Musiker die gesungene Aufforderung „Wer, wenn nicht jetzt“.

Daumen der Zuschauer gehen ob des Programms nach oben

Carla und Detlef Siemund waren „wegen des Musikprogramms“ am Samstag in die Autostadt gefahren. „Wir haben Jahreskarten, sind Jazz-Fans und wollten uns die Live-Konzerte nicht entgehen lassen.“ Detlef Siemund hatte sich am Vorabend Phil Siemers Musik im Internet angehört. Während dessen Auftritt am Sonnabend ging der Daumen des Danndorfers nach oben. „Das lässt sich hören.“ Auf den Wellen der Töne, so schien es, glitten der Sänger Lie Ning sowie die Instrumentalisten Frank Mertens und Leon Piper dahin. Der Berliner bot mit kraftvoller, gleichzeitig einschmeichelnder Stimm(lag)e dem faszinierten Publikum ein Open-Air-Hörerlebnis der Spitzenklasse.

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