Weiter Frust über Werksverkehr in Sandkamp

Sandkamp.  Für die als Abkürzung missbrauchte Stellfelder Straße fordert der Ortsrat zusätzliche Anstrengungen von der Verwaltung. Er drängt auf eine Pilotphase.

Immer noch beklagt der Ortsrat viel Durchgangsverkehr auf der Stellfelder Straße.

Immer noch beklagt der Ortsrat viel Durchgangsverkehr auf der Stellfelder Straße.

Foto: Sebastian Priebe / regios24 (Archiv)

Schon seit Jahren laboriert der Ortsrat an der bestmöglichen Lösung für die Stellfelder Straße. Die wird als Ortsdurchfahrt direkt vor den Werkstoren nach Ansicht der Politiker immer noch allzuviel als Abkürzung benutzt und zu schnell befahren – obwohl es seit einigen Jahren die nördliche Umgehungsstraße zum VW-Parkplatz am Tor Sandkamp gibt. Am Mittwochabend im Ratssaal bekam die Stadt vom Ortsrat neue Hausaufgaben in Sachen Verkehrsberuhigung.

Ortsrat will Erfolge wie in Kästorf auch in Sandkamp

In ihren Bemühungen bestätigt sehen sich die Politiker durch ihre Erfolge in Kästorf: Dort hat die Verkehrsbelastung auf der Ortsdurchfahrt durch erste Maßnahmen nach einhelliger Überzeugung eindeutig nachgelassen. Das soll auch in Sandkamp erreicht werden.

Doch da gibt es gleich ein ganzes Bündel an Hindernissen, wie Ordnungsamtsleiter Axel Piepers erläuterte. Zunächst nannte er aber Unfallzahlen für die Problem-Straße. Demnach gab es dort 2017 noch 16 Verkehrsunfälle, 2018 schon nur noch 9, 2019 dann nur 6 und 2020 im ersten Halbjahr lediglich noch 2 Unfälle. „Die Straße ist wegen des Unfallgeschehens nicht auffällig. Und die Unfälle lagen zum großen Teil auch nicht an der Geschwindigkeit“, resümierte Piepers.

Richtlinien als Bremsklotz für Verkehrsmaßnahmen

Dann stellte der Ordnungsamtsleiter dar, warum Maßnahmen wie eine Querungshilfe, ein Fußgängerüberweg, eine Ampel oder Tempo 30 nach seiner Auffassung ausscheiden. Üblicherweise seien die Richtlinien der Bremsklotz. So seien für eine Ampel beispielsweise 400 bis 500 Fußgängerquerungen pro Stunde nötig. Piepers wies auch darauf hin, dass früher in der Spitzenstunde 400 bis 600 Fahrzeuge über die Stellfelder Straße gerollt seien; aktuell seien es wegen der Corona-Krise weniger. Er kündigte aber neue Zählungen an.

„Ich bin tief enttäuscht“, bilanzierte der Ortsbürgermeister. „Es gibt Möglichkeiten, Sandkamp zu umfahren, und Sachen, die man mit wenigen Mitteln umsetzen kann. In Kästorf haben wir zirka 50 Prozent Verkehr rausbekommen ­­– ohne große Investitionen. Wenn ich will, kann ich mit Zahlen jede Diskussion erschlagen“, forderte er mehr Engagement von der Stadt.

Tempo 30 mit einem Pilot erproben

„Ich finde es erschreckend, dass man Maßnahmen an Unfällen misst“, kritisierte Sandra Fricke-Grün (SPD). „Muss erst etwas passieren?“ Das sah auch Michael Dudek (CDU) so: „Lebensqualität – wir sind den Bürgern schuldig, etwas dazu beizutragen. Wir sollten das mit einem Pilot erproben.“

Torsten Kuder (PUG) formulierte fix ein ganzes Antragspaket, das der Ortsrat einstimmig verabschiedete. Unter anderem soll eine Pilot-Tempo-30-Strecke geprüft werden, zudem soll ein belastbares Konzept her. Ebenfalls einstimmig ging der interfraktionelle Antrag durch, dass eine abknickende Vorfahrt von der westlichen Stellfelder Straße zur Umgehung geschaffen wird. So soll die Durchfahrt durch Sandkamp für Abkürzer unattraktiv werden.

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