2019 beginnt mit einer Mondfinsternis

Wolfsburg.  Das Planetarium Wolfsburg gewährte zu Silvester einen Blick auf das neue Sternenjahr. Der Mars nähert sich der Erde im Spätsommer.

Einen Blick in den Sternenhimmel 2019 gewährte das Planetarium zum Jahreswechsel.

Einen Blick in den Sternenhimmel 2019 gewährte das Planetarium zum Jahreswechsel.

Foto: regios24 / Anja Weber

Handy erlaubt, mehr noch: erwünscht. Isabell Schaffer fordert die etwa 100 Gäste im Planetarium auf, ihre Smartphones leuchten zu lassen. Viele tun es. Schlagartig vernebelt das künstliche Licht den sternklaren Himmel im Kuppelsaal. Nur noch wenige Sterne sind jetzt sichtbar. Die Direktorin des Planetariums erläutert: „So sieht der Himmel über Wolfsburg aus, weil die Stadt beleuchtet ist“.

Zuvor und sogleich nach dieser kleinen Demonstration zeigt sie den Sternenhimmel über unserer Stadt, wie er aussieht, aber wegen des Lichtes nicht mehr gesehen wird. Millionen Sterne leuchten im Dunkel des Alls. Einige Konstellationen regen die Fantasie der Menschen an: sieben helle Sterne formen den Großen Wagen, dessen Deichsel zum Polarstern weist. Er bewegt sich, von der Erde aus gesehen, so wenig, dass er zum Orientierungspunkt für den Norden wurde. Jahrhundertelang leitete der Polarstern Seefahrer über die Meere. Er ist Teil des kleinen Wagens, beide Wagen des Sternbilds Großer Bär.

Die Bilder zu erkennen, zeigt Schaffer, bedarf großer Vorstellungskraft. Antike Völker verbanden mit den Sternen Mythologien. Cassiopeia, ein auffälliges Sternbild am Nordhimmel, erinnert an eine so schöne wie eitle äthiopische Königin, deren Nachbar-Nebel an ihre Tochter Andromeda. Astrophysikalisch ist der Andromeda-Nebel eine unserer Milchstraße benachbarte Galaxie. „Beide nähern sich einander an, werden sich in drei bis vier Milliarden Jahren verbinden“, sagt Schaffer. Sie spricht frei, ohne Manuskript, geht direkt auf die Bilder ein. Und macht diesen letzten Abend 2018 im Planetarium noch spannender.

Zeitlich naheliegend ist die totale Mondfinsternis am 21. Januar. „Aber Sie müssen dafür früh aufstehen“, ermuntert die Astrophysikerin, von etwa 3.30 Uhr an fünf Stunden und zwölf Minuten lang zu beobachten, wie der Mond im Halbschatten der Erde verdeckt wird und wieder daraus hervortritt. Es wird sogar ein Supervollmond, ein besonders großer Mond sein. Am 21. Juli, um 3.56 Uhr, jährt sich zum 50. Mal die Landung von Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond.

Die Reise im Planetarium führt zum Mars, dann zum Pluto. Der Rote Planet verfügt, so die Forschungsergebnisse, über eine feste Oberfläche mit erloschenen Vulkanen, überwiegend zu Eis gefrorenem Wasser und über eine dünne Luftschicht. Das sind Voraussetzungen für Leben. Auch der ferne Pluto weist eine dünne Atmosphäre auf. So weit vermag der Mensch heute ins All vorzudringen. Und von dort aus auf seinen, den blauen Planeten blicken. Wie Alexander Gerst, der erst am 20. Dezember von der Weltraumstation ISS zurückgekehrt ist. „Wind im Gesicht“, habe er vermisst, sagt er, warnte zuvor vor der Zerstörung der Erde. Schaffer zeigt Gerst, wie er auf der Raumstation forscht, isst und mit einem Ball spielt. Es sind beeindruckende Bilder. Vor allem die Sicht auf die Erde.

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