Das Glasfasernetz im Kreis Wolfenbüttel wird dichter

Reitlingstal.  Im Reitlingstal macht der Landkreis mit Partnern den ersten Spatenstich. 2021 bereits sollen weitere „Weiße Flecke“ verschwunden sein.

Die Nachverdichtung des Breitbandnetzes im Landkreis Wolfenbüttel kann beginnen: Landrätin Christiana Steinbrügge (Fünfte von rechts) traf sich am Donnerstag mit Vertretern aus Verwaltung und Politik zum symbolischen ersten Spatenstich nahe der Gaststätte Reitling im Elm.

Die Nachverdichtung des Breitbandnetzes im Landkreis Wolfenbüttel kann beginnen: Landrätin Christiana Steinbrügge (Fünfte von rechts) traf sich am Donnerstag mit Vertretern aus Verwaltung und Politik zum symbolischen ersten Spatenstich nahe der Gaststätte Reitling im Elm.

Foto: Jörg Kleinert

Wer kennt das nicht: Mal eben mit dem Handy ins Internet gehen – doch nichts tut sich. Das Netz lahmt. Wem das so geht, der befindet sich in einem der sogenannten „Weißen Flecke“.

Soll heißen: Die Internetgeschwindigkeit in diesen Gebieten ist mit maximal 30 Mbit pro Sekunde verschwindend gering, der Frust der Nutzer aber riesig. Eines dieser Gebiete im Landkreis Wolfenbüttel ist das Reitlingstal, konkret die Gaststätte Reitling am Elm.

Das Land fördert

Doch dieser „Weiße Fleck“ auf der Digital-Landkarte wird 2021 verschwunden sein. Der Landkreis setzt seit Donnerstag offiziell zur Nachverdichtung seines Glasfasernetzes an. Unter anderem das Land Niedersachsen fördert den Breitbandausbau im Landkreis mit 2,5 Millionen Euro.

Als Startschuss sei der Ausbaubeginn an der Gaststätte Reitling im Elm zu betrachten, sagte Landrätin Christiana Steinbrügge, die dort mit Vertretern des Netzbetreibers htp, aus der Landes- und Kommunalpolitik und aus Verwaltungen zum gemeinsamen symbolischen Spatenstich ansetzte.

520 Adressen werden angeschlossen

Mit der Nachverdichtung werden 520 weitere Adressen angeschlossen und erhalten größtenteils Glasfaser direkt an das Gebäude. Das bedeutet künftig schnelles Internet für 397 Privathaushalte, 18 Schulen und 105 Gewerbeadressen in den Bereichen Nord (nördlich der Asse), Süd (südlich der Asse) und West (Samtgemeinde Baddeckenstedt). Nach dem Ausbau werden mindestens 100 Mbit/s im Download möglich sein.

Der Ausbaustart im Reitlingstal ist nur ein kleiner Schritt, dem Ziel der flächendeckenden Versorgung Niedersachsens mit schnellem Internet immer näher zu kommen, für den Landkreis Wolfenbüttel indes ist es ein wichtiger. Das schnelle Internet biete neue Chancen in der Berufswelt, Stichwort Homeoffice, sagte die Landrätin.

Die höchste Auspendlerquote im Land

„Wolfenbüttel ist der Landkreis mit der höchsten Auspendlerquote in ganz Niedersachsen. Das könnte sich bald ändern“, sagte Steinbrügge. Schnelles Internet biete mehr Chancen, auch von zu Hause zu arbeiten, es biete auch Selbständigen und Freiberuflern bessere Möglichkeiten am Arbeitsmarkt. „Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortfaktor und gehört für mich zur Daseinsvorsorge“, betonte Steinbrügge. „Der Ausbau unseres Breitbandnetzes ist das wichtigste Infrastrukturprojekt des Landkreises.“

Matthias Schulze-Mantei von der Agentur für Technologie und Netzwerke KOM (atene KOM), die Projektträger für das geldgebende Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ist, sagte: „Die Bürger im Landkreis, die mit schnellem Internet unterversorgt waren, werden es lieben, dass sie nun vom Honigtopf der Lichtgeschwindigkeit profitieren.“

Die Sache selbst in die Hand genommen

Stefan Muhle, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, lobte den Landkreis „für seine Vorreiterrolle“. Hier habe man, nachdem klar wurde, dass kein Industrieunternehmen den Ausbau übernehmen wird, die Dinge selbst in die Hand genommen.

Der Landkreis baute kurzerhand selber. 2012 beschloss dies der Kreistag, 2014 war bereits ein
320 Kilometer langes Netz gebaut. Mit dem Telekommunikationsunternehmen htp, der das Netz mietete, fand der Landkreis früh einen wie es hieß bis heute verlässlichen Partner.

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