Margarete und Gerhard Naumann aus Eitzum haben Gnadenhochzeit

Eitzum.  Am Mittwoch wird im kleinen Kreis an der Kaffeetafel gefeiert. Und zurückgeblickt: Beim Tanz auf dem Kornboden im Schloss lernten sie sich kennen.

Margarete und Gerhard Naumann.

Margarete und Gerhard Naumann.

Foto: Udo Starke

Ein ganz besonderes Jubiläum haben Margarete und Gerhard Naumann aus Eitzum: Am Mittwoch, 14. Oktober, blickt das Paar auf gemeinsame sieben Jahrzehnte zurück und feiert das seltene Fest der Gnadenhochzeit. Seit inzwischen 70 Jahren gehen die beiden heute 91-Jährigen gemeinsam durchs Leben, haben Höhen und Tiefen gemeistert.

Im Schloss Schliestedt hat es gefunkt

Die Eheleute haben sich einst bei einem Tanzvergnügen im Schloss Schliestedt auf einem Kornboden kennengelernt und sind heute noch dankbar, dass das Schicksal sie zusammengeführt hat. „Wir würden uns erneut das Ja-Wort geben“, sagen die Naumanns einhellig – und sie ergänzen, dass die damalige junge Generation nach den Kriegsjahren „lebenshungrig“ gewesen sei.

„Es waren entbehrungsreiche Jahre“, erinnert sich der 91-jährige gelernte Maurerpolier, der in Offleben bei Schöningen geboren wurde. Seine Frau hat in Hamburg das Licht des Lebens erblickt und war die Älteste im Kreise von sieben Geschwistern. Sie musste daher schon früh Verantwortung übernehmen.

55 Pfennig waren der Stundenlohn

Gerhard Naumann blickt zurück: „Wir haben damals 55 Pfennig die Stunde bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 48 Stunden verdient. Das kann man heutzutage kaum glauben. Allerdings kostete zu der Zeit ein Bier 30 Pfennig“, erzählt er schmunzelnd.

Geheiratet wurde schließlich 1950 in Schliestedt – nach dem Erreichen der Volljährigkeit. Der Standesbeamte war damals zugleich Schmied und Bäcker. Die kirchliche Trauung fand ebenfalls im Örtchen Schliestedt vor den Toren Schöppenstedts statt – und zwar aus Platzgründen im Wohnzimmer des Pfarrers.

Dann kamen Goggomobil und Haus

Ab den 50er Jahren ging es bei den Naumanns wirtschaftlich bergauf. Sie freuten sich über zwei Söhne, ein Motorrad wurde angeschafft, später ein Goggomobil. 1963 wurde zudem mit viel Eigenleistung ein Einfamilienhaus mit großem Garten zur Selbstversorgung in Eitzum gebaut. In dem Haus leben die Eheleute heute noch. Margarete und Gerhard Naumann freuen sich heute auch über jeweils zwei Enkel und Urenkel.

Ein Rezept für die vieljährige Ehe hat das Paar auch parat: „Wichtig sind beiderseitiges Vertrauen und Ehrlichkeit. Nicht wie heute, wenn die jungen Leute bei kleinen Schwierigkeiten gleich wieder auseinanderlaufen“, erklärt der 91-Jährige, der selbst noch Auto fährt. Zudem ist er seit 1950 Leser unserer Zeitung.

Die Wertschätzung ist groß

Gerhard Naumann schätzt an seiner Frau vor allem ihre Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit. Zudem kann sie sehr gut kochen. Als liebevolle und fleißig beschreibt Margarete Naumann ihren Mann.

Aufgrund der Corona-Krise gibt es keine große Feier. Dafür treffen sich die Familie und Freunde zu einer kleinen Kaffeerunde.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (1)