Die Sanierung der Asse-Wanderwege verzögert sich

Wittmar.  Die Herrichtung der Wald- und Forstwege in der Asse nach den bereits beendeten seismischen Messungen verzögert sich.

Diese Bildercollage zeigt einige der Schäden an den Wegen in der Asse, die während der 3D-seismischen Messungen durch schwere Fahrzeuge entstanden sind. 

Diese Bildercollage zeigt einige der Schäden an den Wegen in der Asse, die während der 3D-seismischen Messungen durch schwere Fahrzeuge entstanden sind. 

Foto: Privat

Die Beschwerden hatten einen falschen Adressaten. Zuletzt erreichten Peter Wypich vom Heimat- und Verkehrsverein Asse (HVA) gleich mehrere Beschwerden von Spaziergängern über den schlechten Zustand der Wald- und Forstwege in der Asse. Aber nicht der Heimat- und Verkehrsverein Asse ist für die Herrichtung der Wald- und Forstwege in der Asse nach den bereits beendeten seismischen Messungen zuständig, sondern die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als Betreiberin des Atommülllagers Asse II und Auftraggeber der seismischen Messungen, die bereits früher als erwartet schon Ende Februar beendet werden konnten.

Zur Erinnerung: Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) führte in den Wintermonaten 2019/2020 3D-seismische Messungen im Umfeld der Schachtanlage Asse II durch. Die Messungen dienten dazu, belastbare Daten zum Aufbau des Deckgebirges und zur geologischen Struktur des Asse-Höhenzuges zu gewinnen. Sie sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Rückholung der radioaktiven Abfälle. Denn nur mit Hilfe der gewonnenen Daten können die Genehmigungsunterlagen für die Rückholung und die anschließende Stilllegung mit der notwendigen Genauigkeit erstellt werden. Zur Durchführung der Messungen waren Arbeiten im Gelände und in den Ortschaften im Umfeld der Schachtanlage erforderlich. Die BGE hatte zu Beginn der Arbeiten für auftretende Schäden einen Schadensausgleich versprochen: „Sollten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen durch die 3D-Seismik Schäden auftreten, werden diese durch die BGE reguliert. Auftretende Schäden werden jeweils im Einzelfall betrachtet, und ohne Verzug beseitigt, oder es wird nach vorheriger Vereinbarung mit dem Eigentümer der betroffenen Fläche eine Ersatzleistung erbracht.“

Nicht nur den HVA, sondern auch die BGE erreichten inzwischen in den vergangenen Wochen mehrere Anfragen zum aktuellen Stand der Herrichtung der Wald- und Forstwege in der Asse nach Abschluss der 3D-Seismik, bestätigte BGE-Pressesprecherin Monika Hotopp. Sie berichtete, dass aktuell durch das von der BGE beauftragte Unternehmen gemeinsam mit den Eigentümern und Bewirtschaftern der Flächen in der Asse die Schäden erfasst und aufgenommen werden: „Zur Schadens- und Kostenermittlung werden zudem Fachfirmen herangezogen.“

Aufgrund der beginnenden Brut- und Setzzeit konnten aber noch nicht viele Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt werden, berichtete die Pressesprecherin. Sie teilte zudem mit: „Die BGE wird zusammen mit den jeweiligen Eigentümern und Bewirtschaftern sowie der unteren Naturschutzbehörde vereinbaren, wann welche Maßnahmen zur Herrichtung durchgeführt werden können. Dadurch sollen die Beeinträchtigungen der Tierwelt im Schutzgebiet Asse möglichst geringgehalten werden.“

In einer Pressemitteilung der BGE heißt es außerdem: „Zudem dürfen durch die Maßnahmen keine weiteren Schäden verursacht werden. Einige Bereiche in der Asse müssen noch ausreichend abtrocknen, bevor die Herrichtung der Wege beginnen kann.“ Hotopp geht deshalb davon aus, dass die Sanierung der Wege frühestens im Herbst 2020 abgeschlossen sein wird.

Gleichzeitig prüfe die BGE, ob einzelne Maßnahmen bereits zu einem früheren Zeitpunkt umgesetzt werden können. Wie zu erfahren war, wollen einige private Waldeigentümer und auch die Niedersächsischen Landesforsten nach Absprache mit der BGE Instandsetzungsmaßnahmen eigenständig durchführen. Die Kosten hierfür werden allerdings von der BGE übernommen. Ob sich dadurch noch weitere zeitliche Verzögerungen ergeben, das bleibt abzuwarten. Die Spaziergänger in der Asse hoffen jedoch, dass sie bald alle Wege wieder ohne Verletzungsgefahr nutzen können.

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