Der „echte“ Weihnachtsmann wohnt in Wolfenbüttel

Hornburg  Wir haben den einzigen diplomierten Weihnachtsmann der Region besucht. Er hat uns aus seinem Weihnachtsmann-Leben erzählt.

In seinem goldenen Buch kann der Weihnachtsmann so mancherlei Information über die Kinder einsehen. Und die sind jedes Mal erstaunt, was der alte Mann so alles über sie weiß.

In seinem goldenen Buch kann der Weihnachtsmann so mancherlei Information über die Kinder einsehen. Und die sind jedes Mal erstaunt, was der alte Mann so alles über sie weiß.

Foto: Lisa Bertram

Manchmal, da hat es der Weihnachtsmann nicht leicht. Dann setzt sich so ein kleiner Pöks auf seinen Schoß und erzählt, wie traurig er ist, weil Mama und Papa sich immer streiten. „Zwei Minuten habe ich dann Zeit“, sagt der Mann im roten Mantel, „und muss versuchen zu trösten und trotzdem Freude zu spenden.“

Der Wolfenbütteler Andreas Hofmann ist der einzige Diplom-Weihnachtsmann in der Region. Ein Weihnachtsmann sollte ein paar Gedichte draufhaben und textsicher die gängigen Weihnachtshits brummen können. Männlich sollte er sein und nach Möglichkeit einen dicken Bauch haben, denn der sei quasi das Echtheitszertifikat.

„Und“, sagt der mittelgroße Mann mit dickem Bauch, während er sich bedächtig den weißen Rauschebart über den Kopf zieht, „man muss den Geist der Weihnacht glaubhaft rüberbringen.“

Wenn Andreas Hofmann vom Geist der Weihnacht spricht, dann meint er das ernst. Schließlich gehört er der deutschen Weihnachtsmann-Vereinigung an.

Acht Jahre geht das nun schon so. Damals sprach ihn jemand an, ob er nicht mal „den Weihnachtsmann machen“ könne und so war das Geschäftsmodell geboren. Mittlerweile beschäftigt Hofmann neun weitere Weihnachtsmänner. Er stattet sie aus mit Kostümen, die bei rund 400 Euro pro Stück liegen und bringt ihnen bei, was es heißt, ein wahrlicher Weihnachtsmann zu sein.

„Es geht nicht nur um Geschenke, sondern um Liebe und Dankbarkeit und das Beisammensein der Familie“, sagt Hofmann.

Das Diplom habe er in Köln bei „verdienten“ Weihnachtsmännern gemacht, drei Tage Kleiderordnung, Etikette und Ehrenkodex gebüffelt.

Kleiderordnung, Etikette und Ehrenkodex? „Ein echter Weihnachtsmann trägt stets weiße Handschuhe, keine roten. Er raucht und trinkt nicht. Der Weihnachtsmann liebt alle Kinder von 0 bis 100 Jahre und er bestraft niemanden“, fasst Hofmann routiniert zusammen.

Hofmann hat eine tiefe, ruhige Stimme und sanfte Augen. „Von 50 Kindern weinen höchstens 3 aus Angst vor dem Weihnachtsmann“, sagt Hoffmann stolz. Denen, die nicht an ihn glauben, erzählt er, er sei der Helfer vom Weihnachtsmann, weil der ja so viel zu tun habe, dass er Unterstützung brauche.

Das leuchte vielen Kindern ein – auch seinen drei eigenen. „An den Weihnachtsmann glauben müssen die Kinder gar nicht. Aber manche sind danach wieder unsicher und das ist mein Ziel“, sagt Hofmann.

Das könnte auch an seinem goldenen Buch liegen. Dort schreibt er Informationen über die Kinder rein, die die Eltern vorab in einem Fragebogen ausgefüllt haben. „Manche können gar nicht glaube, dass ich weiß, wie ihr Meerschweinchen heißt“, sagt Hofmann zwinkernd.

Bei der Weihnachtsfeier der F-Jugend des SC Hornburgs wird dann der Zauber des Weihnachtsmanns deutlich. Die sieben-jährigen Rabauken, die eben noch polternd und brüllend durch den Raum gelaufen sind, stammeln ehrfürchtig mit hochrotem Kopf Weihnachtsgedichte, um ihr Geschenk vom Weihnachtsmann persönlich zu bekommen.

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