Bei Lucklum entsteht ein Wanderkorridor für Wildkatzen

Hemkenrode.  Zwischen Hemkenrode und Lucklum entsteht auf 1,8 Kilometern ein Korridor für Wildkatzen. Davon macht sich der Umweltminister ein Bild.

Umweltminister Olaf Lies (Mitte)  informierte sich auf seiner  Sommertour bei Lucklum über den neu entstehenden Wildkatzenkorridor.

Umweltminister Olaf Lies (Mitte) informierte sich auf seiner  Sommertour bei Lucklum über den neu entstehenden Wildkatzenkorridor.

Foto: Jörg Kleinert

Sie sind scheue Jägerinnen der Nacht und sie leben gefährlich: In der in Niedersachsen oft dicht besiedelten Landschaft bekommt man Wildkatzen – wenn überhaupt – am ehesten tot zu Gesicht. Die Art gilt als eine vom Aussterben bedrohte – mit „dunkelrot“ sei ihr Gefährdungsstatus markiert, sagt Axel Ebeler, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Niedersachsen.

Doch es gibt Hoffnung für den Wildkatzen-Bestand. Auch für den im Landkreis Wolfenbüttel. Bei Sottmar gibt es einen ersten Wanderkorridor mit Schutz bietenden Hecken, Büschen und Bäumen. Ein zweites Projekt entsteht nun zwischen Hemkenrode und Lucklum – ein 1,8 Kilometer langer, schmaler Korridor, für den das Rittergut Lucklum 2,8 Hektar Fläche kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Ein Projekt, das auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies neugierig gemacht hat. Er legte am Freitagmittag am letzten Tag seiner diesjährigen Sommertour einen Zwischenstopp am Lucklumer Heckensystem ein. Ein Wildkatzenkorridor ist auch für den Friesländer ein ungewöhnliches Projekt, denn sonst treiben Lies eher Themen wie erneuerbare Energien, Küsten- oder Klimaschutz um.

Zunächst wurde beim Präsidenten der Landwirtschaftskammer gefrühstückt

Begonnen hatte der Tag des Umweltministers im Landkreis am Morgen mit einem Frühstück bei Landwirt Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, in Cramme. Dort führte der Minister auch Gespräche mit Vertretern aus Landwirtschaft und Jägerschaft sowie mit Naturschützern.

Das Ziel des Wildkatzen-Wanderkorridors bei Lucklum erläuterte Andrea Krug, die das bundesweite Projekt für den BUND in Niedersachsen koordiniert. „Die Wildkatze ist eine Art, die nicht gerne aus dem Wald heraus auf freie Flächen tritt. Sie braucht geschützte Wanderwege.“ Das BUND-Ziel sei, der Katze ein Wegesystem vom Solling über den Harz bis in die Lüneburger Heide zu bieten. „Hier entsteht nun ein idealer Weg für sie zwischen Elm und Asse“, sagte Andrea Krug.

„Unentgeltlich ist einmaliges Entgegenkommen“

Dass das Rittergut Lucklum die bereits bepflanzten, aber noch eingezäunten Flächen unentgeltlich bereitstellt, sei indes ein einmaliges Entgegenkommen, betonte Mauritz von Grundherr, Verantwortlicher für die Biolandwirtschaft auf dem Rittergut Lucklum. „Immerhin macht das ein Prozent unserer gesamten Flächen aus.“

BUND-Vorstand Ebeler lobte die Zusammenarbeit aller Beteiligten an dem Projekt aus Forst- und Landwirtschaft, Landvolk, Naturschutz und Grundeigentümer. Lies sagte: „Wir stehen bei solchen Projekten vor der Herausforderung, dass wir den Naturräumen das, was wir in der Vergangenheit aus ihnen herausgenommen haben, wieder zurückbringen.“

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