Neuerkeroder Laufteam startet durch

Neuerkerode.  Am 19. Mai findet der Neuerkeroder Inklusionslauf statt. Dafür sucht die Stiftung noch Laufpaten, die mit den Dorfbewohnern die Strecke bewältigen.

Das Laufteam trainiert für den Neuerkeroder Inklusionslauf - und will in Zukunft inklusiv an normalen Läufen teilnehmen.

Das Laufteam trainiert für den Neuerkeroder Inklusionslauf - und will in Zukunft inklusiv an normalen Läufen teilnehmen.

Foto: Lara Hann

Die Aufregung ist groß, als die Mitglieder des Lauf-Teams der Evangelischen Stiftung Neuerkerode ihre T-Shirts für den Neuerkeroder Inklusionslauf bekommen. „Neuerkerode bewegt“, ist auf ihnen zu lesen. Bis zu fünf mal in der Woche treffen sich die Läufer, um für den Lauf am 19. Mai zu trainieren.

Der Lauf findet in diesem Jahr bereits zum achten Mal statt. „2018 haben rund 500 Läufer teilgenommen“, sagt Thomas Pöllmann, Sprecher der Evangelischen Stiftung Neuerkerode. Mit darunter: Viele Bewohner des Dorfes Neuerkerode. Das Besondere an dem Lauf: Jeder kann teilnehmen und das ohne Druck. Denn bei dem Lauf werden keine Zeiten gestoppt.

Um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, gibt es verschiedene Disziplinen. Laufen, Walken, Fahrrad und Rollstuhl sind die Angebote – jeweils über mehrere Distanzen von einem bis zu zehn Kilometern.

Das offizielle Laufteam der Stiftung freut sich schon auf den Lauf. Es besteht aus rund 20 Dorfbewohnern. „Eines unserer Mitglieder ist fast blind“, erklärt Daniela Albrecht. Sie arbeitet bei der Stiftung Neuerkerode und trainiert die Laufgruppe. Trotzdem habe sich der Mann innerhalb kürzester Zeit vom Walker bis zum Läufer entwickelt. Für die Läufer habe das Team gleich mehrere Vorteile. Zum einen würden sie fitter, zum anderen entwickelten sie Ehrgeiz.

Auch deshalb will das Team in Zukunft inklusiv an normalen Läufen teilnehmen. „Jeder Mensch braucht ein Ziel“, sagt Albrecht. Daran ändere auch eine Behinderung nichts. Wenn sie dann bei den Läufen verlieren, dann wäre das eben so. Aber dass sie verlieren, stehe absolut nicht fest.

Marcello Schmitz ist einer der Läufer des Teams. Auf einer Distanz von zehn Kilometern läuft er Trainerin Albrecht inzwischen davon. „Beim Inklusionslauf will ich als erster durchs Ziel kommen“, sagt er.

Läufer Timo Jünke will vor allem eins: Dabei sein und ins Ziel kommen. „Ich freue mich auf alle Läufe, an denen wir teilnehmen“, erklärt er. Aufgeregt sei er aber schon. Durch die Teilnahme beim Laufteam habe er schon Fortschritte gemacht – und auch etwas abgenommen.

Genau wie Daniela Bernhardt, die sich selbst als echte „Sportratte“ bezeichnet. „Laufen ist mein Leben“, sagt sie. Inzwischen schafft sie die fünf Kilometer Walking ohne Pause. Für sie ist neben dem Laufen an sich vor allem eines wichtig: „Ich freue mich darauf, andere Leute bei den Läufen kennenzulernen“, sagt sie.

Für den Inklusionslauf, sucht die Stiftung Neuerkerode noch Freiwillige, sie sich als Laufpaten melden. Sie begleiten dann während des Laufes zum Beispiel die Dorfbewohner, die im Rollstuhl sitzen. Einzige Voraussetzungen dafür: Lust an Sport und Bewegung und vor allem keine Berührungsängste.

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