Musik aus Destedt

Dieser Dettumer produziert Rap-Musik am Elm

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Im Destedter "Klangwerk am Elm" produziert David Dlugosch seine Musik.

Im Destedter "Klangwerk am Elm" produziert David Dlugosch seine Musik.

Foto: Lukas Dörfler

Destedt.  Seinem ehemaligen Jugendzentrum in Braunschweig will er mit einem Projekt in Destedt nun etwas zurückgeben.

Heftige Beats und nachdenklich stimmende Texte vereinen sich in Destedt zu Rap-Musik. In Destedt befindet sich in der Wasserburg das „Klangwerk am Elm“. Gegründet wurde es von Lars Haverlah und Markus Schmidt. Neben verschiedenen Studios und Proberäumen hat hier auch David Dlugosch aus Dettum sich eingemietet. Hier produziert er Musik – und will nun etwas zurückgeben.

Angefangen hat mit 13 Jahren im Jugendzentrum in der Braunschweiger Kreuzstraße. Die Leitung stellte den Teenies einen Raum und Equipment – und es konnte los gehen. „Texte schreiben hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich alle unsere Texte geschrieben habe“, sagt Dlugosch.

Die Zeit nach der Arbeit verbringt er im Studio

Dann gab es eine Phase, in der er die Musik beiseite legte, sich in Drogenerfahrungen und im Rausch verlor. „Ich war leider ziemlich kriminell unterwegs“, sagt der heute 40-Jährige. Mit 21 Jahren machte er dann weiter. Und hörte wieder auf. 2015 ging es dann erneut richtig los. „Ich kann das gar nicht beschreiben. Ohne Musik kann ich einfach nicht“, sagt Dlugosch. „Auch wenn ich sie manchmal verfluche, komme ich immer wieder zu ihr zurück – wie fremdgesteuert.“

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Über Jahre nahm der Vater von fünf Kindern die Musik im Schlafzimmer auf. „Dann habe ich zu meiner Frau gesagt: Entweder ich vergrößere mich oder ich höre wieder auf.“ Ein paar Tage später stößt er auf das Klangwerk und mietet sich ein, verbringt nach seiner Arbeit als Ergotherapeut viel Zeit im Studio.

Feiern im Studio

Seine Musik und die selbstproduzierten Videos, die man unter MDB39 auf Spotify, Youtube et cetera findet, steht aktuellen Rap-Hits in nichts nach. Nur die Texte sind etwas anders – auch durch die Erfahrungen, die er früher machte. „Ich bin kein Gangster-Rapper. Ich predige niemandem Drogen zu nehmen – ganz im Gegenteil. Mein Rap soll nachhaltig sein.“

Auch Songs von anderen nimmt er im Studio auf oder mixt bestehende Spuren zusammen. Vor kurzem hat eine Schulklasse hier ein Lied für ihre Lehrerin eingespielt. Auch für Partys kann man das Studio mieten. Das bezahle die Miete.

Musik mit dem Jugendzentrum produzieren

Doch ums Geld gehe es ihm nicht, versichert Dlugosch. Und so will er nun etwas zurückgeben. „Die Musik hilft mir sehr. Auch um mich zu entschuldigen, wenn ich sonst die Worte nicht finde“, sagt er. So ging er auf sein einstiges Jugendzentrum zu.

Mit ein paar Jungs wird er in den nächsten Monaten sechs Songs schreiben und einspielen. Auch ein Video soll produziert werden und ein Auftritt stattfinden. Dlugosch sagt: „Ich will ihnen die gleiche Chance geben, die ich damals bekommen habe.“

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