Wolfenbütteler Eltern setzten Zeichen gegen Nazi-Parolen

Wolfenbüttel.  Bürgermeister Thomas Pink und Stadtrat Thorsten Drahn unterstützen die Aktion der Eltern.

Elternvertreter der Kindertagesstätte am Kerschensteiner Weg setzten mit Plakaten im Fenster der Einrichtung ein klares Zeichen gegen die Nazi-Parolen, mit denen ihr Kindergarten beschmiert worden war. Bürgermeister Thomas Pink (links) und Stadtrat Thorsten Drahn unterstützten die Aktion der Eltern.

Elternvertreter der Kindertagesstätte am Kerschensteiner Weg setzten mit Plakaten im Fenster der Einrichtung ein klares Zeichen gegen die Nazi-Parolen, mit denen ihr Kindergarten beschmiert worden war. Bürgermeister Thomas Pink (links) und Stadtrat Thorsten Drahn unterstützten die Aktion der Eltern.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Wie bereits berichtet wurde am 2., 3. und 4. Dezember die Außenfassade des Gebäudes der Kindertagesstätte Kerschensteiner Weg mit rechtsextremen, antisemitischen sowie islamfeindlichen Parolen und Symbolen beschmiert. Die noch unbekannten Täter, die das Gebäude an der Seite beschmutzten, die von der Straße aus nicht gut einsehbar ist, verwendeten dazu Edding-Stifte. Die Kindergartenleitung ließ diese Parolen jeweils sofort wieder entfernen, nachdem sie zuvor per Foto für die Polizei dokumentiert worden waren.

Die Polizei Wolfenbüttel ermittelt inzwischen wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die Stadt Wolfenbüttel arbeitet dabei eng mit der Polizei zusammen und zahlt, um die Ermittlungen zu unterstützen, für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen, eine Belohnung in Höhe von 2.000 Euro.

Das Beschmieren von Kindertagesstätten oder Schulen mit derartigen Parolen sei in Wolfenbüttel bisher einzigartig, berichtete Schulamtsleiter Norbert Fricke. Fricke war gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Pink und Stadtrat Thorsten Drahn am Donnerstagmittag zur Kindertagesstätte am Kerschensteiner Weg gekommen, um den Eltern für eine besondere Aktion zu danken. Um sich ganz klar von den fremdenfeindlichen Äußerungen abzugrenzen, hatten dort innerhalb eines Tages Eltern von den drei Kindergartengruppen Laken entworfen, die für Toleranz und Vielfalt werben. Diese Laken wurden in die Fenster der Kindertagesstätte gehängt.

Bürgermeister Thomas Pink (parteilos) dankte den Eltern in einer kurzen Ansprache für ihre „klare Stellungnahme gegen Nazi-Parolen“. Es sei großartig, dass sie mit den Laken den antisemitischen und antimuslimischen Aussagen widersprechen. Pink stellte zudem fest: „Die Kinder in diesem Kindergarten spielen und leben zusammen. Denen ist es egal, woher die anderen Kinder kommen.“

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