Neubauten dürfen Wolfenbüttels Kanalnetz nicht belasten

Wolfenbüttel.  Matthias Tramp vom ABW stellte im Betriebsausschuss die auf drei Säulen beruhende Regenrückhaltekonzeption der Stadt vor.

Das Regenrückhaltebecken an der Halchterschen Straße ist ein wichtiger Bestandteil der Regenrückhaltekonzeption der Stadt Wolfenbüttel.  

Das Regenrückhaltebecken an der Halchterschen Straße ist ein wichtiger Bestandteil der Regenrückhaltekonzeption der Stadt Wolfenbüttel.  

Foto: Karl-Ernst Hueske

Seit fast 25 Jahren gibt es einen eigenen Abwasserbeseitigungsbetrieb (ABW) in der Stadt Wolfenbüttel. Dieser Eigenbetrieb der Stadt ist für 232 Kilometer Regenwasserkanäle und etwa 18.000 Hausanschlussleitungen an das städtische Kanalnetz zuständig. Die Kanäle haben die Aufgabe, das auf bebauten und befestigten Flächen anfallende Regenwasser, was in etwa 9400 Straßenabläufen gesammelt wird, der Oker zuzuführen. Aber angesichts zunehmender Starkregenereignisse gepaart mit einer zunehmenden Versiegelung von Flächen zum Beispiel durch Neubaugebiete sowie der schlechteren Versickerungsfähigkeit von Böden, aber auch bedingt durch den Klimawandel und damit verbundene stärkere Regenfälle reicht das bestehende Kanalnetz schon seit Jahren nicht mehr aus.

Konzept besteht aus Regenrückhaltebecken, Stauraumkanäle sowie Zisternen

Für die Regenrückhaltung in der Stadt Wolfenbüttel hat sich der ABW deshalb schon vor zwei Jahrzehnten auf ein Drei-Säulen-Modell festgelegt. Diese drei Säulen sind: Regenrückhaltebecken, Stauraumkanäle sowie Zisternen auf den Neubaugrundstücken. Das erfuhren die Mitglieder des städtischen Betriebsausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung, bei der Matthias Tramp als ABW-Geschäftsführer die Regenrückhaltekonzeption der Stadt ausführlich vorstellte.

Grundsätzlich gilt in der Stadt, dass durch Neubauten keine zusätzliche Belastung des Kanalnetzes entstehen darf. Regen, der nicht auf dem Grundstück versickern kann, muss deshalb zunächst in Zisternen aufgefangen werden, damit die Regenwasserabfuhr schrittweise erfolgen kann. Über 800 Zisternen wurden inzwischen im Stadtgebiet auf Privatgrundstücken angelegt. Hinzu kommt noch der Bau von mittlerweile 15 Regenrückhaltebecken und insgesamt 2,1 Kilometer langen riesigen Stauraumkanälen. Zuletzt wurde ein derartiger Stauraumkanal unterhalb der MTV-Sportanlage an der Halberstädter Straße angelegt.

Der Regenabfluss kann um 19 Kubikmeter je Sekunde verringert werden

Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Max Berndt hat Tramp einmal ausgerechnet, welches Volumen an Regen durch diese Maßnahmen, die zusammen ein Volumen von 40.500 Kubikmeter haben, zurückgehalten werden kann. Nach ABW-Angaben könnte dadurch, wenn es über der gesamten Stadt gleichzeitig regnen würde, der Regenabfluss um 19 Kubikmeter je Sekunde verringert werden. Mur zum Vergleich: Derzeit beträgt die Wassermenge in der Oker 5 Kubikmeter je Sekunde.

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