Bücherei Wolfenbüttel: Nutzer können Medien selbst ausleihen

Wolfenbüttel.  An Automaten können Nutzer Medien kontaktlos verbuchen. Wer es gerade nicht zur Stadtbücherei schafft, kann sich mit Büchertaschen überraschen lassen.

Daniela Bergmann-Baczynski, stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei, demonstriert, wie die Selbstausleihe in Wolfenbüttel funktioniert.

Daniela Bergmann-Baczynski, stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei, demonstriert, wie die Selbstausleihe in Wolfenbüttel funktioniert.

Foto: Maria Osburg

Bücher, DVDs oder Spiele einfach auf die Glasfläche des Selbstverbuchungsautomaten legen, Leseausweis unter den Scanner halten und schon sind die Medien auf dem eigenen Benutzerkonto der Wolfenbütteler Stadtbücherei verbucht. So geht kontaktloses Ausleihen heute. „Das ist ein wichtiger Schritt“, betont Alexandra Hupp, Leiterin des städtischen Kulturbüros. Die Selbstausleihe ist integraler Bestandteil der Neuausrichtung der Stadtbücherei, für die der Rat der Stadt bereits 2017 votierte.

Denn die Hauptaufgabe der Bücherei soll künftig nicht mehr die Ausleihe sein. Statt des Buches wird der Mensch in den Vordergrund gerückt (wir berichteten). Die Einrichtung ist auf dem Weg, zu einem Kommunikationszentrum und einem Ort der Begegnung zu werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern mit Projekten, Aktionen und Angeboten aktiv Sprach- und Informationskompetenzen – sobald das die Pandemie wieder zulässt. Bis zu zehn Veranstaltungen präsentierte die Bücherei vor Ausbruch des Coronavirus monatlich.

Jedes Medium wird desinfiziert

Derzeit sind die Mitarbeiter aber vor allem mit umfangreichen Hygienemaßnahmen beschäftigt. „Jedes Buch, jedes Medium, das zurückgegeben wird, wird außenrum mit Desinfektionsmittel gewaschen“ erklärt Daniela Bergmann-Baczynski, stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei. Die Kontaktverfolgung wird regelmäßig kontrolliert. „Der Pandemie-Schutz ist generell sehr aufwendig und zeit- sowie personalintensiv“, weiß Kulturbürochefin Hupp. Die Stadtbücherei reagiert darauf mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Anders sei der Betrieb nicht aufrecht zu erhalten. Erste Erleichterungen könnte nun die Selbstausleihe bringen.

27.200 Medien mit Chip versehen

Die drei Selbstverbuchungsautomaten sind schon im Innenraum platziert, aber noch wird an der Technik gefeilt. Anschließend folgt die Schulung der Mitarbeiter. Der Großteil der 27.200 Medien ist bereits mit einem Etikett mit integriertem Chip ausgestattet worden, an dem das System erkennt, um welches Buch oder welchen Film es sich handelt.

Im Laufe des Novembers startet dann die Selbstausleihe. Was in anderen Bibliotheken schon Alltag ist, wird dann auch in Wolfenbüttel Standard. „Schon lange vor Corona hatten wir den Plan, aber die Pandemie zeigt nun, wie wichtig solch ein Angebot gerade jetzt ist“, ist Kulturbüroleiterin Hupp überzeugt.

Kontaktlose und auch flexible Angebote sind momentan sehr gefragt. Auch in der Stadtbücherei. Während die Besucherzahlen auch aufgrund der eingeschränkten Öffnungszeiten zurückgingen, stieg die Nachfrage nach der „Onleihe“, der digitalen Ausleihe der Bibliothek.

Rückgabebox wird verstärkt genutzt

Auch die Rückgabebox, die 2019 vor dem Gebäude aufgestellt wurde und mittlerweile pink-rot leuchtet, erlebte in den vergangenen Monaten Hochzeiten. „Die Menschen nutzen diese kontaktlose Möglichkeit sehr gern“, berichtet Bergmann-Baczynski. Zwischen 100 und 150 Bücher würden täglich über diesen Weg zurückgegeben.

Und wer es in diesen Zeiten einfach nicht zur Bücherei schafft und trotzdem Lesestoff braucht, kann sich ab sofort von der Stadtbücherei überraschen lassen. Einfach mailen oder anrufen und das Lesealter und die Vorlieben durchgeben. Die „Wundertasche“ mit drei bis fünf Medien können sich die Lesehungrigen dann an der Theaterkasse am Stadtmarkt abholen.

„Wundertaschen“ bei der Stadtbücherei Wolfenbüttel bestellen unter: (05331)900 860 oder stadtbuecherei@wolfenbuettel.de

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