Polizei Wolfenbüttel: „Ein kleines Guckloch reicht nicht!“

Wolfenbüttel.  Der jährliche Wintercheck der Verkehrswacht muss coronabedingt ausfallen. Rat und Tipps gibt es dennoch am 4. November.

Der Herbst bringt auf Wolfenbüttels Straßen allerhand Gefahren mit sich. Laub, Matsch und Nässe werden laut Polizei schnell unterschätzt.

Der Herbst bringt auf Wolfenbüttels Straßen allerhand Gefahren mit sich. Laub, Matsch und Nässe werden laut Polizei schnell unterschätzt.

Foto: Philipp Schulze / dpa

Die Tage werden kürzer und die Luft kühler. Der Herbst ist bereits im Landkreis Wolfenbüttel angekommen und der Winter ist auch nicht mehr weit. Höchste Zeit, das Auto auf Vordermann zu bringen. Der jährliche Wintercheck der Verkehrswacht Wolfenbüttel am 24. Oktober muss coronabedingt ausfallen. Wir haben dennoch die Experten und die Wolfenbütteler Polizei gefragt, worauf Autofahrer derzeit achten müssen.

Viele Fahrzeughalter unterschätzen, wie wichtig die Reifen sind. „Ohne Reifen kann kein Auto vorankommen. Sie schützen vor Aquaplaning, stellen die nötige Haftung zwischen Straße und Auto her und beeinflussen so auch die Bremswirkung und die Helferlein in modernen Fahrzeugen“, teilt die Verkehrswacht mit. Falscher Reifendruck, Risse, abgefahrene Laufflächen: All das könne der „Gummisohle“ den Garaus machen – und im schlimmsten Fall auch den Fahrzeuginsassen, wenn es aufgrund fehlender Bremswirkung oder eines Reifenplatzers zum Unfall kommt.

Wie lange halten Autoreifen?

Um derartige Unfälle zu vermeiden, sollten Autofahrer jedoch auf das Alter der Reifen achten. Je älter die Reifen werden, desto schlechter könnten sie ihrer eigentlichen Funktion nachkommen. Doch wann ist die Altersgrenze erreicht?

Es gebe keine gesetzliche Regelung, die ein maximales Reifenalter festschreibt. Somit kann man keine Ordnungswidrigkeit aufgrund von überalterten Reifen begehen. Aber Abrieb, Hitze, Trockenheit, Frost und Feuchtigkeit nehmen laut Verkehrswacht Einfluss auf die Reifen. Maximal sollte die Bereifung sechs bis zehn Jahre alt sein.

Verunsicherte Autofahrer im Herbst

Auch gegen Allwetterreifen spricht nichts, wie Polizeisprecher Frank Oppermann erzählt: „Wir sind ja im Flachland und die Allwetterreifen sind echt gut geworden. Die reichen für unsere Gefilden vollkommen.“

Mit guten Reifen sei es jedoch noch nicht getan. Laut Oppermann stellt die Polizei immer häufiger fest, dass viele Autofahrer herbstliches Wetter nicht gewohnt seien. „Wir merken jetzt schon, dass viele Autofahrer verunsichert sind, wenn es draußen nass und feucht wird.

Viele Autofahrer würden sich auch nur noch auf die technischen Helferlein wie Spurhalte-Assistenten verlassen. „Jedoch brauch es einen wachsamen Fahrer“, sagt Horst Bittner von der Wolfenbütteler Verkehrswacht.

Scheiben müssen komplett frei sein

Die Folge von Unachtsamkeit oder nicht angepassten Fahrens seien Autos im Graben, Verletzte und im schlimmsten Fall Todesopfer. Bereits im Herbst könne es laut Oppermann auf den Straßen glatt werden. „Wenn das Laub feucht ist, kann es rutschig werden. Zudem merkt man ja jetzt schon, dass die Temperaturen morgens niedrig sind. Es wird also nicht mehr lange dauern, bis wir den ersten richtigen Frost haben. Deswegen sollte man entsprechend der Wetterbedingungen das Auto steuern.“

Ein persönliches Anliegen hat der Polizeisprecher aber noch: Die Autofahrer sollen ihre Scheiben vernünftig freikratzen. „Ein kleines Guckloch reicht nicht! Die Scheiben müssen komplett frei sein. Dementsprechend muss mehr Zeit auf Arbeitsweg eingeplant werden.“

Am Mittwoch, 4. November, 16 Uhr, lädt die Verkehrswacht, Polizei und Reifen-Hübener zur Aktion „Winterfestes Auto“ ein. Auf der Ahlumer Straße, Höhe Fallsteinweg, stehen die Experten Rede und Antwort rund ums Autofahren im Winter.

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