SPD-Vorsitzender zerreißt Parteibuch in Eulenspiegelhalle

Schöppenstedt.  Samtgemeinderatsmitglied Udo Dettmann aus Denkte tritt wegen der SPD-Bundespolitik zu Asse II aus der Partei aus.

Udo Dettmann hat während der Samtgemeinderatssitzung Elm-Asse sein SPD-Parteibuch zerrissen und damit seinen Austritt aus der SPD erklärt.

Udo Dettmann hat während der Samtgemeinderatssitzung Elm-Asse sein SPD-Parteibuch zerrissen und damit seinen Austritt aus der SPD erklärt.

Foto: Archiv

Spektakulärer Rücktritt von Udo Dettmann (48) aus der SPD, für die er fast zehn Jahre im Samtgemeinderat (zunächst Asse, jetzt Elm-Asse) sitzt. Zu Beginn der Aussprache über die vom Samtgemeinderat fast einstimmig verabschiedete Resolution für einen wissenschaftlichen Standortevergleich von Asse-nahen und Asse-fernen Standorten für ein Zwischenlager für den schwach- und mittelradioaktiven Abfall aus dem maroden Salzbergwerk Asse II hatte Dettmann noch den Samtgemeinderat für die „tolle Teamarbeit über alle Parteigrenzen hinaus“ beim Erstellen der Resolution gelobt.

Anschließend verließ er die Samtgemeinderatssitzung

Doch nach der Aussprache über die Resolution und deren Verabschiedung trat Dettmann erneut ans Rednerpult der Eulenspiegelhalle, um in einer persönlichen Erklärung das Vorführen der Wissenschaftler der Asse-II-Begleitgruppe zu beklagen. Deren Stellungnahmen zu einem Zwischenlager würden von den Ministerien und vom Asse-Betreiber BGE nicht beachtet. Dettmann fragte noch: „Wie geht die Politik mit uns Bürgern um?“ Er fügte noch hinzu, dass er es sich nicht mehr gefallen lasse, wie das Bundesumweltministerium in Berlin mit den Bürgern der Asse-Region umginge. Da würden Staatssekretäre in Basta-Manier einfach bestimmen und verkünden, dass das Zwischenlager an der Asse gebaut werde. Das würde er sich nicht mehr gefallen lassen. Deshalb werde er aus der Partei austreten. Und um diesen Austritt zu verdeutlichen, zerriss er sein rotes SPD-Parteibuch noch am Rednerpult. Anschließend verließ er die Samtgemeinderatssitzung.

Dettmanns Zukunft im Samtgemeinderat Elm-Asse

Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte er anschließend, dass er zwar aus der SPD ausgetreten sei, aber noch nicht aus der SPD-Fraktion im Samtgemeinderat Elm-Asse, die er er vor der Sitzung über seinen geplanten Austritt informiert habe. Er werde jetzt abwarten, wie die SPD-Fraktion reagieren werde. Es gebe drei Möglichkeiten: Er bleibe als Parteiloser Mitglied der Fraktion, mit der er im Gegensatz zur Bundes-SPD überhaupt keine Probleme habe, er bleibe als Einzelperson im Samtgemeinderat bis zum Ende der Wahlperiode oder er gebe sein Mandat zurück und mache dadurch den Weg frei für einen Nachrücker in der SPD-Fraktion. „Ich werde die Meinung der Fraktion zu meiner Person übernehmen“, erklärte Dettmann, der ab sofort auch nicht mehr Vorsitzender des SPD-Samtgemeindeverbandes Elm-Asse sowie des SPD-Ortsvereins West (bestehend aus Denkte, Wittmar und Kissenbrück) ist.

Wie Udo Dettmann sich seine Zukunft vorstellt

Auf seine Zukunft angesprochen erklärte Dettmann, dass er nächstes Jahr nicht mehr für ein politisches Mandat antreten werde. Er werde sich auch keiner anderen Partei anschließen, da er gemerkt habe, dass ein Parteibuch nur störe. Er werde sich aber weiterhin engagiert für einen kritischen Asse-Begleitprozess einsetzen.

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