Ein Wanderkunstkoffer aus Abbenrode geht auf große Reise

Abbenrode.  Der Koffer ist bis Mai auf Tour. Künstler aus der Region können ihn bepacken. Ausgedacht hat sich die Aktion die Artmen-Galerie aus Abbenrode.

Der Wanderkoffer aus der Artmen-Galerie in Abbenrode hat es sich auf dem Vita-Villa-Sofa bei Thorsten Stelzner bequem gemacht.

Der Wanderkoffer aus der Artmen-Galerie in Abbenrode hat es sich auf dem Vita-Villa-Sofa bei Thorsten Stelzner bequem gemacht.

Foto: Frank Schildener

Vor einigen Wochen hat sich aus Abbenrode ein Wanderkunstkoffer auf seine Reise durch die Welt begeben. Am Dienstag machte er Halt in Wolfenbüttel. Ein Besuch.

„Der Artmen-Wanderkunstkoffer“ steht mit weißem Edding auf den braunen Reisekoffer geschrieben. Eine rote Schleife umhüllt ihn. Wir treffen bei Thorsten Stelzner in der Vita-Villa auf den Koffer. Er enthält Arbeiten, die Künstler auf der Reise des Koffers in ihn hinein und dann zum nächsten Künstler befördern. Ein schmuckes Kettenkofferpaket sozusagen.

Initiatorin: „Wünschen uns, dass möglichst viele Künstler der Region mitmachen“

„Wir haben den Koffer bei uns im Keller gefunden“, erzählt Angelika Soluk. Zusammen mit ihrem Mann Andreas betreibt sie die Artmen-Galerie in Abbenrode. „Wir sind sehr neugierig, was wir im kommenden Mai in ihm sehen werden“, sagt sie am Telefon. Und weiter: „Wir würden uns wünschen, dass möglichst viele Künstler der Region mitmachen. Wir können uns vorstellen, dass wir ihn dann im Rahmen einer Veranstaltung öffnen und seinen Inhalt enthüllen“, berichtet Soluk. „Womit unsere Mitstreiter den Koffer füllen, bleibt ihnen überlassen.“

Es sollte nur nicht so groß sein, schließlich gehe der Koffer auf eine lange Reise. Zwei bis maximal vier Wochen solle er an seiner jeweiligen Station bleiben, eben so lange, wie eine mögliche Urlaubsreise. „Wenn wir beim Öffnen eine kurze Beschreibung des Künstlers und eine Kontaktmöglichkeit finden, ist das großartig“, erzählt sie.

Im Idealfall solle jeder Künstler auf Facebook posten, wo sich der Koffer gerade befinde. „Das ist wie ein Echolot, so bekommen wir mit, wo er sich befindet. Das ist megaspannend“, sagt sie. Der Inhalt solle dabei nicht verraten werden. „Das soll eine Überraschung bleiben, bis wir ihn dann ihn Abbenrode öffnen“, erklärt Soluk.

Momentan ist der Koffer in der Vita-Villa in Wolfenbüttel

Am Dienstag trudelt der Koffer in Thorsten Stelzners Vita-Villa ein – er thront bei unserem Gespräch neben ihm auf dem altehrwürdigen Sofa.

„In diesen Zeiten einen Koffer mit Kunst zu füllen und auf die Reise zu schicken, finde ich großartig“, sagt Stelzner. Er sei sehr gespannt, inwieweit die Pandemie-Situation die Kunst in dem Koffer beeinflussen werde. „Morgen geht er weiter zum nächsten Künstler“, sagt er.

Als er gefragt wurde, ob er mitmachen wolle, sagte Stelzner sofort zu. „Wir haben in unserem Umfeld sehr viele Künstler, die mitmachen können und wollen.“ Was Stelzner in den Koffer gelegt hat, sei an dieser Stelle nicht verraten. Es wird ganz sicher ein Stück Literatur aus eigener Feder sein.

Noch bis zum 23. August ist in der Vita-Villa unter dem Titel „Die Konsequenz des stillen Lebens“ Malerei des Wolfenbüttelers Dieter Jenke zu sehen. Am 28. August folgen Arbeiten des Malers Karl Schaper zur „deutsch-deutschen Frage“. Bei der Artmen-Galerie in Abbenrode geht es am 21. August mit der Lesung „Eis geleckt“ von Thorsten Dörp weiter.

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