Ostfalia: Förderung für Arbeiten zur Audiosignalverarbeitung

Wolfenbüttel.  Die Fakultät Elektrotechnik der Ostfalia schließt die Erneuerungen am reflexionsarmen Raum ab. Es können Hilfen für den Alltag entstehen.

Professorin Lilia Lajmi und wissenschaftlicher Mitarbeiter Sean-Patrik Cretti bereiten Akustikmessungen im neuen Raum vor.

Professorin Lilia Lajmi und wissenschaftlicher Mitarbeiter Sean-Patrik Cretti bereiten Akustikmessungen im neuen Raum vor.

Foto: Privat

Um für Forschungsprojekte und Studienarbeiten im Bereich der Audiosignalverarbeitung weiterhin bestens gerüstet zu sein, hat die Fakultät Elektrotechnik der Ostfalia nach eigenen Angaben ihren reflexionsarmen Raum modernisiert und mit neuen Geräten ausgestattet. Ein reflexionsarmer Raum, auch schalltoter Raum oder Akustikkabine genannt, stellt demnach die ideale Umgebung für akustische Messungen dar.

Um unerwünschte Nebengeräusche aus zukünftigen Messungen auszuschließen und Schallreflexionen zu unterdrücken, wurde der Raum mit umweltfreundlichen Schallabsorbern an Wänden, Decke und Boden ausgestattet. Zum Modernisierungspaket gehört auch ein neu angeschafftes Auralisationssystem, das verschiedenste Raumakustik und Geräusche simulieren kann. Es besteht aus acht Lautsprechern sowie weiteren Hard- und Softwarekomponenten.

Kreisförmig angeordnet

„Die Lautsprecher selbst sind ebenfalls mit Prozessoren ausgestattet und können speziell auf die Akustik ihrer Umgebung eingestellt werden. Sie sind kreisförmig angeordnet und simulieren so perfekt die Raumakustik verschiedenster Orte, beispielsweise einer Verkehrskreuzung, wo der Verkehr von allen Seiten kommt“, wird Lilia Lajmi, verantwortliche Professorin für die Akustikkabine, zitiert.

Im Herzen der Kabine steht ein Kemar-Kunstkopf mit zwei Ohrsimulatoren als Nachbildung eines durchschnittlichen menschlichen Kopfes mit Oberkörper. Dieser empfängt Tonaufnahmen und wertet diese aus, beschreibt die Hochschule. Die Akustikkabine trägt durch Studienarbeiten und Forschungsprojekten dazu bei, Audiocodierverfahren weiterzuentwickeln, etwa um die Hörqualität von Hörgeräte-Nutzern oder Cochlea-Implantat-Trägern zu verbessern.

Nebengeräusche als Herausforderung

Für Träger solcher Implantate stellen Alltagssituationen mit vielen Nebengeräuschen eine Herausforderung dar. Außerdem ist es für sie schwierig zu orten, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Je nach Sprachcodierungsstrategie können Informationen durch die Verarbeitung des Signals verändert werden oder verloren gehen. „Diesen Menschen möchten wir mit unserer Forschung weiterhelfen“, so Lajmi. Die modernisierte Akustikkabine ist bereits im Einsatz: Der wissenschaftliche Mitarbeiter Sean-Patrik Cretti nutzt sie für sein Forschungsprojekt im Rahmen seiner Masterarbeit zur Entwicklung und Tests binauraler Sprachkodierungsstrategien.

Die Kosten für das Modernisierungspaket: 200.000 Euro. Davon wurden 70.000 Euro aus dem Nachlass des ehemaligen Absolventen der Fakultät Elektrotechnik, Siegfried Bahls, finanziert, der sein Erbe der Ostfalia Hochschule hinterlassen hat, erläutert die Hochschule. Ihm zu Ehren trägt der reflexionsarme Raum den Namen „Siegfried Bahls Akustikkabine“.

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