Nach Kita-Brand in Lucklum: Schaden geht in die Hunderttausende

Wolfenbüttel.  Laut Staatsanwaltschaft Braunschweig liegt die Summe im sechsstelligen Bereich. Derweil arbeitet die Gemeinde an einer Ersatzlösung für Kita-Kinder.

Der Brand zerstörte nahezu den kompletten Dachstuhl.

Der Brand zerstörte nahezu den kompletten Dachstuhl.

Foto: Tobias Schneider / Archiv

In wenigen Tagen sollten eigentlich die ersten Kinder durch das ehemalige Försterhaus auf dem Rittergut Lucklum toben. Doch das Feuer, das am 16. Mai den Dachstuhl des alten Fachwerkhauses zerstörte, ruinierte die geplante Eröffnung der ersten Waldorf-Kindertagesstätte im Landkreis Wolfenbüttel am 1. August. Das Brandgutachten stehe laut Staatsanwaltschaft Braunschweig noch aus. Klar ist jedoch schon: Der Sachschaden befinde sich im sechsstelligen Bereich, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft unserer Zeitung erzählt.

Genaue Zahlen könnten aber noch nicht genannt werden. Auch die Brandursache ist laut Staatsanwaltschaft noch offen. „Es ist noch viel zu früh sagen, was genau diesen Brand ausgelöst hat. Es kann auch noch einige Wochen vergehen, bis dort Klarheit herrscht“, sagt die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage. Anfang Juni hatte unsere Zeitung berichtet, dass die Wolfenbütteler Polizei von einer „fahrlässigen Handlung während der Bauarbeiten“ ausgeht. Doch auch das sei nach wie vor offen. Laut Staatsanwaltschaft gebe es jedoch keine Hinweise auf eine vorsätzliche Tat. Licht ins Dunkel bringe erst das ausstehende Brandgutachten.

Kinder sollen in die alte Töpferei ziehen

Von einer „deutlich sechsstelligen Schadenssumme“ geht auch Erkerodes Bürgermeister Heinrich Füchtjohann (SPD) aus. Das Feuer sei ein erheblicher Rückschlag für die Gemeinde Erkerode gewesen, sagte er unserer Zeitung im Juni. Zurzeit arbeite die Gemeinde, die Samtgemeinde Sickte, das Rittergut und der Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik in der Region Wolfenbüttel an einer Zwischenlösung für die betroffenen Kinder und Eltern. „Diese könnte ab Ende Oktober realisiert werden, wenn alles klappt“, sagt Füchtjohann.

Angedacht sei eine Unterbringung von etwa zehn Kindern im Erdgeschoss der alten Töpferei in der Kommendestraße am Rittergut. Doch dafür seien einige Genehmigungen nötig. „Wir befinden uns erst in der Planungsphase. Wenn diese durch ist, folgt ein Genehmigungsprozess. Die alte Töpferei ist eine von drei möglichen Ersatzlösungen“, sagt Füchtjohann. Die anderen beiden Alternativen befinden sich ebenfalls auf dem Gebiet des Ritterguts – die alte Töpferei sei aber der favorisierte Standort.

Feuer in Lucklum mit 100 Einsatzkräften

Das eine Ersatzlösung gefunden wird, hofft auch Daniel Heyner vom Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik, jedoch bittet er um etwas Geduld. „Wir befinden uns erst in den Planungen. Es ist noch nichts konkret. Wir wollen keine falsche Hoffnungen wecken.“ 25 Kita-Plätze waren für das „KinderGut“ im ehemaligen Försterhaus vorgesehen. Am 1. August sollte die Eröffnung sein. Doch das Feuer in der Nacht zum Samstag, 17. Mai, zerstörte nahezu den kompletten Dachstuhl des Gebäudes. Etwa 100 Einsatzkräfte waren stundenlang mit den Löscharbeiten beschäftigt.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder