Großbrand auf Rittergut Lucklum zerstört Kita-Bau

Lucklum.  Auf dem Rittergut Lucklum brannte in der Nacht zu Samstag ein Gebäude nieder. Dort sollte eigentlich eine Kita eröffnet werden.

Auf dem Rittergut Lucklum kam es in der Nacht zu Samstag zu einem Großbrand im alten Försterhaus. Die Feuerwehr war mit rund 100 Mann im Einsatz, verletzt wurde niemand. 

Auf dem Rittergut Lucklum kam es in der Nacht zu Samstag zu einem Großbrand im alten Försterhaus. Die Feuerwehr war mit rund 100 Mann im Einsatz, verletzt wurde niemand. 

Foto: Jörg Koglin

Sechs Feuerwehren, rund 100 Einsatzkräfte und ein Sachschaden in noch unbekannter Höhe. Ein Großbrand auf dem Rittergut Lucklum hat in der Nacht zu Samstag schwere Schäden angerichtet. Bei dem Feuer waren der Dachstuhl und das Gebäude des ehemaligen Försterhauses auf dem Rittergut betroffen. Die Einsatzkräfte waren bis in die Morgenstunden mit den Löscharbeiten beschäftigt. Die gute Nachricht: Verletzt wurde niemand, das Haus war unbewohnt. Die schlechte: Zum 1. August sollte in das Gebäude eine Waldorf-Kindertagesstätte einziehen – daraus wird es vermutlich erst einmal nichts.

Berufsfeuerwehr Braunschweig hilft mit Drehleiter

Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte kurz nach Mitternacht schlugen hohe Flammen aus dem Dach. „Der Dachstuhl stand im Vollbrand“, sagt ein Feuerwehrsprecher gegenüber unserer Zeitung. Die Wehren aus Erkerode-Lucklum, Veltheim und Evessen orderten sofort Verstärkung aus Sickte und Dettum. Zudem rückte die Berufsfeuerwehr Braunschweig der Südwache mit einer Drehleiter an. Laut Feuerwehr habe ein Anwohner den Brand vom Balkon aus gesehen und die Einsatzkräfte alarmiert.

Die Heftigkeit des Feuers machte einen Innenangriff zunächst unmöglich. Erst als der Brand um 1.44 Uhr unter Kontrolle war, konnten die Einsatzkräfte auch von innen löschen, wobei eine weitere Schwierigkeit war, dass der Zugang nur über ein Baugerüst möglich gewesen ist.

Nach rund vier Stunden, gegen 4 Uhr morgens, war das Feuer gelöscht, jedoch war die Berufsfeuerwehr Braunschweig bis in den Vormittag damit beschäftigt, noch kleine Glutnester ausfindig zu machen.

Bei dem langen und Kräfte zehrenden Einsatz wurden die Feuerwehrleute von der Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes und von Nachbarn des Brandhauses versorgt: „Gegen Mitternacht habe ich ein Knistern wahrgenommen. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich den Brand und alarmierte die Feuerwehr“, sagt Heike Ansorge, die mit ihrem Mann Karsten direkt neben dem Gebäude wohnt. „Die Hitze war enorm und auch an unserer Haustür zu spüren“, so Karsten Ansorge, „ es war schon ein mulmiges Gefühl einen Großbrand in unmittelbarer Nähe zu haben. Unsicher haben wir uns aber nicht gefühlt. Die Feuerwehren haben super Arbeit geleistet.“

Das Ehepaar versorgte die Einsatzkräfte die Nacht über mit Kaffee und Mineralwasser. „Jetzt sind unsere Vorräte aufgebraucht“, lacht Ansorge. Zwischenzeitlich habe sich das Paar zum Schlafen gelegt. Ab Samstagmorgen waren sie aber wieder mit frisch gebrühten Kaffee für die Einsatzkräfte da.

Kita sollte auf Rittergut Lucklum entstehen

Bei dem Großfeuer kamen zahlreiche Rohre zum Einsatz, die Berufsfeuerwehr leistete mit ihrer Drehleiter wertvolle Hilfe. Das Wasser entnahm die Feuerwehr über zwei Hydranten und aus der Wabe, einem kleinen Fluss in der Nähe.

Der Brand ist mehrfach tragisch, da in dem Gebäude ab August eigentlich eine Waldorf-Kita und Tagespflege eingerichtet werden sollte. Zum 1. August sollte der Betrieb starten. „Die betroffenen Eltern und Kinder können aber sicher sein, dass sie versorgt werden. Die Betreuung ist sicher gestellt“, versichert Samtgemeindebürgermeister Marco Kelb. Er war selbst in der Nacht vor Ort und schaute sich die Löscharbeiten an. „Das ist natürlich tragisch. Gott sei Dank hat sich niemand verletzt. Der Sachschaden ist aber immens“, so Kelb.

Die Ortsdurchfahrt Lucklum war zeitweise aufgrund der Löscharbeiten gesperrt. Im Verlauf des Samstages muss aber weiter mit Behinderungen gerechnet werden. Ob das Fachwerkgebäude einsturzgefährdet ist, muss zudem ein Sachverständiger klären. Die Polizei hat derweil die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.


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