„Wilder Pilger“ spielt in Wolfenbüttel zum Bluenote-Fest

Wolfenbüttel.  Der Kulturverein ist 19 Jahre alt geworden. Dazu gab es ein Konzert mit Florian Baessler und Jürgen Hoffmann in der Kommisse.

„Wilder Pilger“ Florian Baessler (rechts) und Jürgen Hoffmann spielten in der Kommisse.

„Wilder Pilger“ Florian Baessler (rechts) und Jürgen Hoffmann spielten in der Kommisse.

Foto: Frank Schildener

Samstagabend feierte der Kulturverein Bluenote mit einem feinen Konzert seinen inzwischen 19. Geburtstag. Mit dem „Wilden Pilger“ hatte sich der Verein einen exzellenten Begleitmusiker eingeladen. Für das Konzert gab es großen Beifall.

„Seven Days reloaded“ heißt das aktuelle Doppelalbum von Florian Baessler aka „Wilder Pilger“. Es enthält 13 Songs bekannter Künstler, die Baessler auf die ihm eigene Art wunderbar bearbeitet hat, und ist einer Neuauflage seines Debütalbums mit völlig neu bearbeiteten Titeln. Einige von ihnen gab es Samstagabend in der Kommisse.

Gemeinsam mit Jürgen Hoffmann spielte und juxte sich „Wilder Pilger“ zur Freude des Publikums fast drei Stunden durch den Konzertabend. Songs wie „Abracadabra“ oder „Down Under“ aus den 80er Jahren oder Tom Pettys „Free Falling“ klangen trotz ihres Alters frisch und unverbraucht. Manchem Rockpopsong verlieh „Wilder Pilger“ überraschend neues Leben, und mitunter musste der Besucher schon genau hinhören, um festzustellen, ob das soeben Dargebotene ein eigener oder ein neu interpretierter Song ist.

Das Gitarrenspiel ist virtuos und filigran, mitunter fröhlich-frech in die Begleitung hineininterpretiert. Den weiteren Begleitsound lieferten Loops. Das sind Rhythmen, Melodien und Gesangsstücke, die Baessler auf der Bühne live aufnimmt und während seines Spiels als Hintergrundbegleitung abspielt. Stilistisch bewegte sich der Abend zwischen leicht zu hörendem Gitarrenpop, Folk und Country. Mehr als zwei Gitarren, die Live-Loops und eine schöne Stimme braucht es nicht. Apropos Begleitung: Jürgen Hoffmann begleitete Baessler ebenso genial wie zurückhaltend. Meist schienen seine Melodieläufe und Begleitakkorde wie zufällig eingestreut und ebenso genau wie bewundernswert leichtfüßig improvisiert. Mitunter entstand dabei ein musikalisches Frage- und Antwortspiel beider Gitarren.

Das Duo Hoffmann-Baessler macht das Musikerlebnis zu einem überaus entspannten. Dass es in den Spielpausen Erzählungen und Anekdoten gibt, sorgt für zusätzliche Unterhaltung und für eine heiter-entspannte Atmosphäre, ohne dass es platt wird. Trotz erkältungsbedingtem Kratzen klang Baesslers Stimme gut, gab warm moduliert den klassischen Songwriter mit Wurzeln im amerikanischem Folk. Großer Beifall. Ein durch und durch gelungenes Geburtstagskonzert.

Die nächsten Termine im Bluenote-Kalender: Schon am 25. Januar spielen Sonja Tonn und Wulli Wullschläger in Bluenotes „guter Stube“ in der Kommisse, und am 14. Februar folgt im Foyer der Lindenhalle ein Gastspiel des Thüringer Liedermachers Andreas Geffarth. Mit dem „Wilden Pilger“ gibt es im November ein Wiedersehen beim „Concert for Chris Jones“.

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