Tonart will Wolfenbütteler Prinzenpalais populärer machen

Wolfenbüttel.  Der Verein will das historische Gebäude im Herzen Wolfenbüttels mehr öffnen und sucht alte Fotos und Geschichten von Bewohnern.

Jörg und Susanne Bansen stehen im Treppenhaus des Prinzenpalais. Sie fragen: „Was zierte einst die Säule des Treppengeländers vor ihnen?“  

Jörg und Susanne Bansen stehen im Treppenhaus des Prinzenpalais. Sie fragen: „Was zierte einst die Säule des Treppengeländers vor ihnen?“  

Foto: Kai-Uwe Ruf

Der Verein Tonart will die Geschichte des Prinzenpalais genauer erforschen und das historische Gebäude an der Reichsstraße mehr für die Öffentlichkeit öffnen. „Unser Ziel ist, hier einen Standort für Kulturschaffende entstehen zu lassen“, sagt Vorstandsmitglied Jörg Bansen gegenüber unserer Zeitung. Aber auch das Gebäude selbst soll mehr in den Blickpunkt rücken. „Die Idee ist, den Wolfenbüttelern mittelfristig mit Hilfe der Geschichte der Bewohner die Geschichte der Stadt näherzubringen“, erklärt Bansen.

Erste Schritte hat der Verein bereits unternommen. Im Treppenhaus hängen mehrere große Tafeln, die eine Chronologie des Hauses präsentieren. Während eines Basars am vergangenen Wochenende konnten Besucher sich so bereits informieren. Das Interesse war unerwartet groß, berichtet Bansen, der bis zum späten Nachmittag immer wieder für Fragen zur Verfügung stand und durchs Gebäude führte.

Bansen und seine Mitstreiter sind auf der Suche nach historischen Details und Geschichten über Bewohner des Hauses. Das Wissen ist auch essenziell, um die denkmalschutzgerechte Sanierung voranzubringen. Das wird schon Treppenhaus deutlich. Auf den Säulen des Treppengeländers gibt es kreisrunde Auflagen, auf denen früher Objekte montiert gewesen sein müssen. Jörg Bansen und Ehefrau Susanne rätseln, was es gewesen sein könnte. Eventuell könnten alte Fotos oder Beschreibungen Aufschluss darüber geben.

Auch im historischen Saal, der für Konzerte genutzt wird, gibt es ungelöste Rätsel. Jörg Bansen zeigt ein Verdunklungssystem an den Fenstern, mit dem man Vorhänge auf und zuziehen konnte. „Leider gibt es aber keine Reste der Gardinen mehr“, bedauert er und hofft auf Fotografien, die Details deutlich machen. Für die Restauration wäre es wichtig, dazu weitere Informationen zu haben“, sagt er. Zuletzt neu gestaltet worden sei der Saal voraussichtlich 1886/87 anlässlich der Hochzeit von Emilie Fink mit Julius Elster.

Fragen gibt es auch zu einer Wohngemeinschaft, die das Gebäude nutzte. Wer hat dort gewohnt?, möchte der Verein wissen.

Verschiedene Aktionen sollen das Haus mehr ins Bewusstsein der Wolfenbütteler rücken. Der Verein hat bereits Prinzenpalais-Tassen anfertigen lassen. Sigrid Wirth hat extra dafür ein Bild gestaltet, erzählt Jörg Bansen. Mittwochs hat der Verein das Gebäude von 10 bis 12 Uhr für Besucher geöffnet. Die Räume können außerdem für einen Sektempfang bei Hochzeiten genutzt werden.

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