Hape Kerkelings Kindheit im Wolfenbütteler Kino

Wolfenbüttel.  In der Reihe „Literaturverfilmungen“ wird am 7. Januar im Cinestar Wolfenbüttel der Film „Der Junge muss an die frische Luft“ gezeigt.

 Julius Weckauf, Schauspieler, steht vor einem Pferd auf der Weide. Der Schüler hatte im Kinofilm "Der Junge muss an die frische Luft" den Komiker und Schauspieler Kerkeling dargestellt. Für seine Filmrolle hatte er auf diesem Pferd das Reiten gelernt.

Julius Weckauf, Schauspieler, steht vor einem Pferd auf der Weide. Der Schüler hatte im Kinofilm "Der Junge muss an die frische Luft" den Komiker und Schauspieler Kerkeling dargestellt. Für seine Filmrolle hatte er auf diesem Pferd das Reiten gelernt.

Foto: Oliver Berg / dpa

Nach seiner Karriere als Comedian hat Hape Kerkeling noch eine Karriere als Buchautor angehängt. Sie Bücher eignen sich auch gut für Verfilmungen. Das war schon so bei seinem Bestseller „Ich bin dann mal weg“ über seine Wanderung auf dem Jakobsweg. Und das gilt auch für Kerkelings Kindheits- und Jugenderinnerungen unter dem Titel „Der Junge muss an die frische Luft“. Die Verfilmung dieses „zutiefst bewegenden Buches“, so die Süddeutsche Zeitung, durch Caroline Link wird in der Reihe „Als die Bücher laufen lernten. Literaturverfilmungen“ am 7. Januar, 17 und 20 Uhr, im CineStar Wolfenbüttel gezeigt. Der Vorverkauf für diese Literaturverfilmung beginnt am Mittwoch in der Buchhandlung Behr am Kornmarkt. Buch und Filmkarte kosten 13 Euro, nur die Filmkarte 8 Euro.

Der Film zeigt Hape Kerkelings Kindheit und Jugend in der Ruhrgebietsstadt Recklinghausen, wo er 1964 geboren wurde. Anfang der 1970er-Jahre zieht die Familie des achtjährigen Hans-Peter vom ländlichen Teil Recklinghausens, wo sie bei den väterlichen Großeltern gelebt hat, in das Haus der mütterlichen Großeltern im Nordviertel der Stadt. Hier wächst Hans-Peter, wie Hape eigentlich heißt, auf. Seine Oma Änne betreibt dort einen Tante-Emma-Laden. Dort beobachtet und belauscht er die Klatsch- und Tratschgeschichten der Kunden und spielt sie später seiner Oma komödiantisch parodierend vor. Auch seine Familie bringt er mit seinen Parodien auf Menschen aus dem Umfeld oder Prominenten aus dem Fernsehen zum Lachen. Sein Vater ist häufig länger auf Montage, und dann lasten Hausarbeit und Erziehung von Hans-Peter und seinem großen Bruder Matthes auf seiner Mutter Margret, die sich oft überfordert und einsam fühlt.

Die berührendste Geschichte des Filmes und des Buches ist der Tod der Mutter: Eines Abends begeht seine Mutter zermürbt von ihren depressiven Zuständen mit einem Medikamentenmix Selbstmord. Sie verliert das Bewusstsein, während Hans-Peter – den Ernst der Lage nicht richtig einschätzend – neben ihr im Bett einschläft. Für Hans-Peter ist der Suizid der Mutter ein traumatisches Erlebnis. Bei der Trauerfeier schleudert er seinen Blumenstrauß schreiend in Richtung Sarg. Aber auch in dieser tiefen Krise fängt ihn seine Familie auf. Wie Kerkeling diese und andere Krisen bewältigt, das ist lesens- und sehenswert. Buch und Film bekamen deshalb zu Recht hervorragende Kritiken.

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