BGE: Kein Zeitplan für Rückholung des Atommülls aus der Asse

Wolfenbüttel.  Bei der Sitzung der Asse-2-Begleitgruppe in Wolfenbüttel präsentiert die BGE lediglich technische Details für die Rückholung des Atommülls.

Rund 126.000 Fässer mit Atommüll liegen in der Asse. Unsere undatierte Archivaufnahme zeigt einen Radlader, der Fässer mit radioaktivem Müll in eine Kammer kippt.

Rund 126.000 Fässer mit Atommüll liegen in der Asse. Unsere undatierte Archivaufnahme zeigt einen Radlader, der Fässer mit radioaktivem Müll in eine Kammer kippt.

Foto: Archiv / dpa

Es gibt offenbar keinen Zeitplan für die Rückholung des Atommüll aus der Asse. Die Betreibergesellschaft BGE konnte während der Sitzung der Asse II Begleitgruppe am Freitag in Wolfenbüttel jedenfalls keine Zeitschiene für ihr Vorhaben präsentieren, rund 126.000 Fässer Atommüll aus dem maroden Bergwerk zu bergen. Mitarbeiter skizzierten lediglich Teile eines Konzepts für die Rückholung. Etwa vier Jahre werde allein der Bau des Schachts 5 dauern, über den später der Müll aus dem Berg geholt werden soll. „Wenn alle Genehmigungen dazu da sind“, schränkte allerdings BGE-Ingenieur Michael Sniehotta ein und sorgte damit für ein lautes Raunen im Saal. Schließlich waren Begleitgruppenmitglieder und Zuhörer in der Erwartung gekommen, die BGE werde ein fertiges Konzept auf den Tisch legen, so wie sie es auf der vorigen Sitzung angekündigt hatte.

BGE-Geschäftsführer Stefan Studt war stattdessen um Entschuldigungen bemüht. „Wir sind noch nicht so weit, eine Skizze in Gänze präsentieren zu können“, sagte er. Die Rückholung sei schließlich ein hochkomplexer Prozess.

Geschäftsführer Dr. Thomas Lautsch setzte auf positive Botschaften: „Dieses Jahr ist für mich der Beginn der Baustelle.“ Mit den seismischen Messungen im Höhenzug Asse schaffe die BGE die nötige Datengrundlage für weitere Arbeiten. 4000 der rund 6000 dafür nötigen kleinen Löcher in den Boden der Asse habe die BGE bereits bohren lassen. Im Januar sollen Messwerte vorliegen.

Zudem habe man zweimal bis auf 700 Meter Tiefe gebohrt, um die Struktur des Salzes im Asseberg genauer zu untersuchen. Aber offenkundig bleiben reichlich Fragen offen. „Ich weiß noch nicht genug über den Untergrund, um den Schacht fünf zu bauen“, sagt Lautsch.

Sniehotta zeigte anschließend bunte dreidimensionale Grafiken zum Bergwerk und den Plänen der BGE und erläuterte Probleme. Deutlich wurde unter anderem, dass es wenig Raum für die nötige Infrastruktur gibt. Man benötige unter der Erde etwa 20.000 Quadratmeter Fläche, um Bergetechnik unterzubringen. Welche Geräte verwendet werden sollen, stehe aber noch nicht fest. Auch was mit dem ganzen Abraum geschehen soll, der anfällt, sei noch nicht geklärt.

Thomas Lohser, Leiter der Bergetechnik, erläuterte die Situation auf unterschiedlichen Ebenen im Schacht. vergleichsweise einfach sollte die Rückholung demnach auf der 511-Meter-Sohle werden. Ungleich mehr Probleme gebe es weiter unten im Berg auf der 750-Meter-Ebene zu lösen. Dort seien einige der Kammern eingebrochen. Man habe zwei technische Varianten entwickelt, den Atommüll dort zu bergen, welche davon man einsetzen werde, sei noch unklar.

Sehr große Schwierigkeiten gibt es aber offenbar nach wie vor au der bürokratischen Ebene. Die Genehmigungsverfahren dauern lange. Fünf sind derzeit anhängig, berichtete Dr. Jeannis Leist vom niedersächsischen Umweltministerium. „Wir haben den Eindruck dass es bessere Abstimmungen zwischen den einzelnen Behörden bedarf“, kritisierte Landrätin Christiana Steinbrügge als Vorsitzende der Asse-Begleitgruppe fest. Sei forderte die BGE auf, eine Zeitschiene zur Rückholung im ersten Quartal 2020 vorzulegen. Studt erwiderte: „Ich kann nicht zusichern, ob das klappt.“

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