Schüler filmen Grenzen – oder auch nicht

Wolfenbüttel.  Von richtigen Filmprofis lernt eine zehnte Klasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Wolfenbüttel. Die Jugendlichen treten in einem Wettbewerb an.

Schüler der Klasse 10S2 des Theodor-Heuss-Gymnasiums nehmen am Filmprojekt "Ganz schön anders – No Limits" teil. Sie haben im Vorfeld eine Beratung durch Medienschaffende gewonnen.

Schüler der Klasse 10S2 des Theodor-Heuss-Gymnasiums nehmen am Filmprojekt "Ganz schön anders – No Limits" teil. Sie haben im Vorfeld eine Beratung durch Medienschaffende gewonnen.

Foto: Tanja Reeve

Medienkompetenz besteht nicht nur aus dem Konsum von Medien -- es ist für das spätere Leben mindestens genau so wichtig, dass Jugendliche Erfahrung im Produzieren sammeln.

Deshalb steht bei den Schülern der Klasse 10S2 des Theodor-Heuss-Gymnasiums ein besonderes Filmprojekt auf dem Lehrplan. Sie nehmen am Schüler-Kurzfilmwettbewerb „Ganz schön anders – No Limits“ des Vereins „Blickwechsel“ teil.

„Der inklusive Gedanke begeistert uns“, sagt Raphaela Harms von der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz, welche die Teilnahme an dem Wettbewerb in der Region fördert. Die Filme werden barrierefrei produziert. Das heißt, dass die Vorführung am 25. März 2020 in Hannover auch Untertitel und Gehörlosendeskriptionen beinhalten wird.

Kunstlehrerin Lucie Schaus ist beeindruckt von der Kreativität ihrer Schüler: „Es ist ganz extrem, was für eine Bandbreite vorliegt.“ Die Filmthemen umfassen unter anderem Probleme im Sport, in der Liebe, in Beziehungen und mit Alkohol. Zudem beobachtet sie, dass der Film als Medium Jugendliche in dem Alter sehr anspricht.

Im Gespräch mit zwei Schülerinnen bestätigt sich diese Beobachtung. Die Zehntklässlerin Laura Kalnizki wünscht sich im Lehrplan insgesamt mehr Raum für Medienkompetenz. „Der Umgang mit technischen Geräten fehlt manchmal“, beobachtet sie. Ihre Freundin Loona Schlager pflichtet ihr bei.

Wegen ihrer kreativen Ideen hat die Klasse 10S2 eine Beratung durch Filmprofis gewonnen und sich so eine Lehrstunde in Medienkompetenz erarbeitet. Medienpädagogen zeigen den Jugendlichen, wie man Schnitte geschickt einsetzt und welche Kameraperspektiven sinnvoll sind.

„Nahaufnahmen sind ein großes Thema“, erläutert Projektleiter Markus Götte vom „Blickwechsel“ einen Aspekt, der immer wieder thematisiert wird. „Oft wird aus der Totalen gefilmt“, sagt Götte. Das heißt, dass der Hintergrund oft mehr Platz einnehme als das eigentliche Geschehen – wie etwa im Bild über diesem Artikel. Nahaufnahmen hingegen können mehr Emotionen vermitteln und die Geschichte verständlicher machen, so Götte. Jugendliche, so der Projektleiter, müssten erst lernen, die Scheu vor solch vermeintlich intimen Film-Situationen zu überwinden. Solche Lehren bringen die Medienpädagogen den Jugendlichen näher.

„Es können noch weitere Schüler mitmachen“, sagt Markus Götte vom „Blickwechsel“. Der Einsendeschluss für „Ganz schön anders – No Limits“ ist am 15. Februar 2010.

Mehr Infos: ganz-schoen-anders.org

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