Kioskbesitzer erleidet Platzwunde

Wolfenbüttel.  Nach dem Überfall auf einen Kiosk in Wolfenbüttel vor einer Woche: Jetzt spricht das Opfer.

Bernd Spohr ist Opfer eines Raubüberfalls auf seinen Kiosk an der Ecke Am Herzogtore/Neue Straße geworden. Er fragt sich immer noch, warum der Täter ihm die Waffe auf den Kopf geschlagen hat.

Bernd Spohr ist Opfer eines Raubüberfalls auf seinen Kiosk an der Ecke Am Herzogtore/Neue Straße geworden. Er fragt sich immer noch, warum der Täter ihm die Waffe auf den Kopf geschlagen hat.

Foto: Stephanie Memmert

Genau eine Woche ist es her, dass ein maskierter Täter ein Geschäft an der Straße Am Herzogtore/Ecke Neue Straße mit einer Pistole überfallen hatte. Der noch nicht ermittelte Täter schlug dem Kioskbesitzer die Waffe über den Kopf. Das Opfer, Kioskbesitzer Bernd Spohr, erlitt eine Platzwunde und musste ins Krankenhaus. Jetzt meldet er sich zu Wort.

„Wenn ich mich nicht weggeduckt hätte, hätte der Mann mich voll erwischt. Dann hätte ich wahrscheinlich die Besinnung verloren“, sagt Spohr, der sich heute noch fragt, warum der Täter überhaupt zugeschlagen hat, denn: „Nachdem er ,Geld her’ gerufen hatte, habe ich ihm ja die ganzen Einnahmen gegeben.“ Zudem habe er ihm signalisiert, dass er mehr Geld nicht habe. „Vielleicht hat er zugeschlagen, damit ich die Polizei nicht benachrichtigen kann. Ich weiß es nicht“, sagt Spohr nachdenklich.

Am vergangenen Donnerstag, dem Tag des Überfalls, aber war er in der Lage, die Polizei zu rufen. „Die Beamten waren ganz schnell da. Dafür möchte ich mich bei der Polizei bedanken. Und auch bei meinen Kunden, die mir so viel Mitgefühl entgegengebracht haben“, sagt Spohr. Während der Täter ihn mit der Waffe bedroht habe, sei er auch einen Kunden angegangen, der im Kiosk gestanden habe. „Ich glaube, er hat wohl viermal zu ihm gesagt ,hinlegen’“, erinnert sich Spohr.

Der ältere Mann, der sich auf den Boden des Geschäfts habe legen müssen, habe ihm unendlich leid getan. „Ich hatte wirklich die ganze Zeit Angst um ihn. Dass ihm etwas passiert. Dass er vielleicht einen Herzinfarkt bekommt, denn er ist nicht mehr der Jüngste“, sagt Spohr. Aber das alles ist zum Glück nicht passiert. Zur Höhe des entwendeten Bargelds will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen.

Dass sich ein Kunde auf den Fußboden legen musste, war auch bei einem Überfall auf „Marcs Markt“ in Fümmelse Mitte Juni der Fall (wir berichteten). Dort waren es zwei maskierte Täter, die erst mit dem Auto eines Kiosk-Kunden geflüchtet und dann in ein in der Nähe geparktes Fluchtfahrzeug umgestiegen waren. Die Polizei sucht in diesem Zusammenhang nach einem neueren Golf – silber- oder anthrazitfarben.

Die beiden Täter bedrohten eine Verkäuferin mit einer schwarzen Pistole und deuteten mit den Worten „dawei, dawei!“, zu deutsch „los, los!“ auf die Kasse. Während diese Täter vermutlich russisch sprachen, deutet das vierfach gebrauchte Wort „hinlegen“ vermutlich auf einen anderen Täter.

Frank Oppermann, Pressesprecher der Polizei Wolfenbüttel, sagt: „Auf den ersten Blick betrachtet, haben die beiden Fälle wohl nichts miteinander zu tun.“ Die Ermittlungen seien noch in vollem Gange. Die Polizei sei aber dringend auf Zeugen angewiesen.

Hinweise: (05331)9330

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