Wolfenbütteler Kino-Betreiber erfüllt Herzenswunsch

Wolfenbüttel.  Filmpalast-Leiter Bengin Hesko ermöglichte dem 11-jährigen Julian, der an Leukämie erkrankt ist, seinen Geburtstag im Kino zu feiern.

Bengin Hesko ermöglichte dem kranken Julian eine Geburtstagsfeier im Filmpalast.

Bengin Hesko ermöglichte dem kranken Julian eine Geburtstagsfeier im Filmpalast.

Foto: Shirin Schönberg

Wilma Calabrese möchte sich bedanken. „Sehr geehrter Herr Bengin Hesko, einen Dank für das, was Sie völlig uneigennützig für meinen Enkel Julian getan haben“, schreibt sie in einem Brief an unsere Zeitung. Bengin Hesko, der gemeinsam mit seinem Bruder Chyar den Filmpalast Wolfenbüttel betreibt, hat es ihrem Enkel ermöglicht, seinen elften Geburtstag mit einem Kinobesuch zu feiern.

Zwar feiern viele Kinder ihren Geburtstag im Kino. Doch in Julians Fall liegen die Dinge anders, denn vor gut einem Jahr wurde bei ihm Leukämie diagnostiziert. „Für die Familie, Angehörige, Verwandte, Freunde und Bekannte ein Schock. Unser augenscheinlich gesunder Junge war schwer erkrankt“, schreibt Wilma Calabrese. Im Verlauf seiner Krankheit und durch die hohe Infektionsgefahr habe Julian Menschenansammlungen meiden müssen. Dennoch sei ein Kinobesuch mit seiner Familie und Freunden sein innigster Wunsch gewesen.

Bengin Hesko erinnert sich an den ersten Kontakt mit Julians Mutter. „Von ihr kam die Anfrage, ob es möglich wäre, einen Saal vormittags zu mieten, damit ihr Sohn mit seinen Freunden seinen Geburtstag feiern könnte“, erzählt der Kino-Betreiber. „Für mich war sofort klar, dass wir das machen.“ Der kurze Anfahrtsweg war für die Familie, die in Braunschweig-Stöckheim wohnt, perfekt. Also wurde der Besuch im Kino geplant. „Nach Höhen und Tiefen, Hoffen und Bangen konnte Julian endlich am 9. Juni mit seiner Familie und vier besten Freunden seinen elften Geburtstag nachfeiern“, schreibt Wilma Calabrese.

Der Filmpalast wurde an diesem Vormittag nur für Julian und seine Gäste geöffnet. Auf Julians Wunsch wurde der Disney-Film „Ralph reicht’s: Chaos im Netz“ gezeigt und begeisterte die Zuschauer. Theaterleiter Bengin Hesko versorgte das Geburtstagskind und seine Gäste kostenlos mit Popcorn, Süßigkeiten und Getränken und hatte sogar ein Geburtstagsgeschenk für den 11-Jährigen. „Wir haben vorher herausgefunden, dass er ein großer Harry Potter Fan ist und einen Rucksack und ein T-Shirt besorgt“, sagt Hesko.

Doch damit nicht genug. Spontan spendierte Bengin Hesko Julian und seiner Familie lebenslange kostenfreie Besuche im Filmpalast. Um sich für den schönen Tag und die Hilfsbereitschaft zu bedanken, hat sich die Familie entschieden, sich an die Zeitung zu wenden. „Die Familie und ich haben überlegt, wie wir Herrn Hesko unseren Dank aussprechen könnten. Mein Wunsch war und ist einer Person zu danken, deren Mitmenschlichkeit, Empathie und Selbstlosigkeit mich sehr berührt hat“, schreibt Wilma Calabrese.

Für Bengin Hesko war seine Aktion selbstverständlich. „Wir haben auch eine soziale Verantwortung“, sagt er. Mit seinem Bruder Chyar hat er den Filmpalast 2018 von Karsten Mönkemeyer übernommen, der ihn zuvor 22 Jahre lang geführt hat. Sie wollen das Kino in seinem Sinne familiär weiterführen. „Der Filmpalast soll das Kino für alle Wolfenbütteler sein“, sagt Chyar Hesko.

So haben die Brüder am vergangenen Heiligabend über Facebook alleinstehende Mütter und Väter mit ihren Kindern ins Kino eingeladen. „Wir wollten, dass auch Eltern, die es sich selbst nicht selbst leisten können, mit ihren Kindern einen Kinobesuch erleben können. Es war so schön, die glücklichen Gesichter zu sehen“, erzählt Chyar Hesko. In Zukunft soll es weitere solcher Aktionen geben.

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