Bürger beklagen Raserei in den Ortsteilen Wolfenbüttels

Wolfenbüttel.  Die Raserei auf den Straßen nimmt kein Ende. Bürger beklagen sich. Atzum handelt, Wendessen sucht Lösungen.

In Atzum haben die weißen Strichmarkierungen an den Ortseingängen für Abhilfe geschaffen. Sie sollen Verkehrsteilnehmer anregen, die Geschwindigkeit zu drosseln.

In Atzum haben die weißen Strichmarkierungen an den Ortseingängen für Abhilfe geschaffen. Sie sollen Verkehrsteilnehmer anregen, die Geschwindigkeit zu drosseln.

Foto: Stephanie Memmert

Überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit zählen zu den Hauptunfallursachen auf den Straßen im Kreis Wolfenbüttel. Aus diesem Grund misst die Polizei verstärkt die Geschwindigkeiten – auch in der Stadt Wolfenbüttel und ihren Ortsteilen, wo sich die Ortsräte über Abhilfe Gedanken machen – zum Beispiel in Atzum und Wendessen.

Atzum

Gute Erfahrungen haben die Einwohner im kleinsten Wolfenbütteler Ortsteil mit den weißen Strichmarkierungen auf der Durchgangsstraße den beiden Ortseingängen gemacht. Sie sorgen dafür, dass die Verkehrsteilnehmer optisch, physisch und psychisch auf ihre gefahrene Geschwindigkeit aufmerksam gemacht werden. Fährt ein Fahrzeug darüber, ruppelt es – die Verkehrsteilnehmer werden sozusagen aufgerüttelt. „Das hat ein wenig Abhilfe von der Raserei gebracht“, sagt Ortsbürgermeister Jürgen Lingelbach.

In Atzum werde fünf- bis sechsmal im Jahr die Geschwindigkeit in drei Straßen gemessen. „Aber statistisch gesehen lässt sich daran eigentlich gar nichts erkennen. Fahren die Leute nun langsamer oder doch schneller? Ich weiß es wirklich nicht“, fragt sich Lingelbach. Demnächst aber wird in Atzum an der Durchgangsstraße ein Geschwindigkeitsmessgerät mit Solarplatte aufgestellt. Es wird die gefahrenen Geschwindigkeiten in Richtung Wolfenbüttel und Apelnstedt messen. Alle paar Monate soll es umgesetzt werden.

„Wir wünschen wir uns natürlich nach wie vor einen Kreisel“, sagt Lingelbach und fügt hinzu: „Schauen Sie sich den Ahlumer Kreisel an. Der nimmt die Geschwindigkeit aus dem Verkehr und verringert die Unfallzahlen.“

Wendessen

In Wendessen gibt es zwei stark befahrene Straßen: die Bundesstraße 79, die zugleich die Ortsdurchfahrt ist (Leipziger Allee) und den Ahlumer Weg, der Teil der Ortsumgehung Wolfenbüttels ist. „An der Ampel fahren die Leute rechts rum über den Ahlumer Weg zum Kreisel zwischen Wendessen, Ahlum und Atzum und von dort weiter nach Braunschweig beziehungsweise Wolfsburg“, erzählt Klaus-Martin Jungkurth, Orsbürgermeister in Wendessen.

Weniger in den Morgenstunden, dafür umso mehr während des Feierabendverkehrs führe das zu Staus an der Ampel. „Und dann kommen einige auf die Idee, die Ampel zu umgehen. Sie verlassen die B 79 und fahren durch das Dorf. Und weil sie schnell wieder auf der B 79 sein wollen, fahren sie im Dorf schneller als das erlaubte Tempo 30“, schildert Jungkurth die Situation.

So habe er erreicht, dass der Landkreis einen Blitzer in der Straße Am Gute aufgestellte. „Aber was dabei herausgekommen ist, weiß ich leider nicht“, räumt er ein. Richtig gerast werde jedoch am Ortseingang von Groß Denkte aus. Der Ortsrat habe angeregt, ein Geschwindigkeitsmessgerät aufstellen zu lassen, aber noch sei daraus nichts geworden. Das habe hauptsächlich mit den Finanzen zu tun. „Ehrlich gesagt, im Moment müssen wir die Raserei im Ortsteil wohl ertragen“, sagt Klaus-Martin Jungkurth.

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