70 Jahre verheiratet: Schöppenstedter feiern Gnadenhochzeit

Schöppenstedt.  70 Jahre ist es her, dass sich Gertrude und Martin Wiegand bei der kirchlichen Trauung in Schöppenstedt das Ja-Wort gaben.

Gertrude und Martin Wiegand in Schöppenstedt feiern das Fest der Gnadenhochzeit.

Gertrude und Martin Wiegand in Schöppenstedt feiern das Fest der Gnadenhochzeit.

Foto: Joachim Rosenthal

Erst ein Jahr nach der Hochzeit bezogen beide ein gemeinsames Zimmer. Zwischen 1950 und 1956 kamen zwei Söhne und eine Tochter zur Welt. Seit 1985 lebt das Paar in einem Reihenhaus mit Garten in Schöppenstedt. Den großen Gemüsegarten haben beide noch bis vor vier Jahren selbst bewirtschaftet. Täglich sitzt Martin Wiegand am PC und informiert sich über das Neueste, sie kocht noch täglich.

Martin Wiegand wurde in Pömmelte geboren und wuchs in Hohenbellin bei Genthin auf. Sein Studium zum Ingenieur für Maschinenbau musste er während des Zweiten Weltkrieges abbrechen, er wurde Funker bei der Luftwaffe. Nach dem Krieg begann er in Schöppenstedt bei seinem Onkel in der Autowerkstatt zu arbeiten. Er erlernte das Kfz-Handwerk. 1950 wechselte Wiegand zur Firma Goldschmidt, anfangs als Chemiewerker, später als angestellter Laborant und auch Betriebsrat. Dort war er bis zu seiner Rente 1982 beschäftigt. Bis 1990 engagierte er sich auch in der Freiwilligen Feuerwehr.

Gertrude Wiegand wurde in Peterswalde (Ostpreußen) geboren. Sie legte nach ihrer Schulzeit eine Hauswirtschaftsprüfung ab und arbeitete in mehreren Haushalten. „Ich wurde zum Landjugendaustausch nach Österreich geschickt, dann musste ich Österreich 1946 verlassen und kam mit einem Zug nach Braunschweig“, erzählt sie. Später habe sie in der Gärtnerei Arendts gearbeitet. In der katholischen Kirche habe sie jahrzehntelang die Kirchenwäsche gereinigt und repariert sowie für den Blumenschmuck gesorgt. Außerdem sang sie im gemischten Chor „Concordia“ mit und strickte im Handarbeitskreis. Noch heute pflege sie im eigenen Garten die Rabatten.

„Ich bin unendlich froh, so eine ideale Frau erwischt zu haben“, sagt Martin Wiegand. Gern erinnern sich beide an viele Busreisen, die sie gemeinsam unternommen haben. Aber auch Vögel, ein Goldhamster und eine Katze erfreuen das Paar.

Gefeiert wird die Gnadenhochzeit im kleinem Familienkreis mit den drei Kindern, fünf Enkel- und zwei Urenkelkindern. Und natürlich so sagt sie, backt die Jubilarin die Torten und Kuchen zu dem Fest in der eigenen Küche.

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