Kran hievt 10.000-Liter-Wassertank in altes Fachwerkhaus

Erkerode.  Familie Piel saniert in Erkerode ein Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert. Moderne Technik weist in die Zukunft.

Ein Kran hebt den 10.000-Liter-Tank von der Straße in das Fachwerkhaus, auf dessen Dach sich die Solarthermiekollektoren befinden.

Ein Kran hebt den 10.000-Liter-Tank von der Straße in das Fachwerkhaus, auf dessen Dach sich die Solarthermiekollektoren befinden.

Foto: Privat

Spektakulärer Einsatz bei den Sanierungsarbeiten eines Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert in Erkerode: Ein 100-Tonner Kran der Firma Reinebeck aus Gifhorn hebt einen 10.000 Liter fassenden Wassertank von der Straße über Bäume und setzt ihn passgenau am Fachwerkhaus ab. Bei dem Tank handelt es sich um den Pufferspeicher für die moderne Heizung in dem historischen Haus.

Kurz nach 8 Uhr empfängt die Familie Piel den großen LKW, der den Tank trägt. Die Zugmaschine mit Anhänger parkt rückwärts in der Straße ein. Der Kran hebt den Koloss vom Hänger und setzt ihn auf der Straße ab. Nun steht der Pufferspeicher auf der Straße. Wie ein U-Boot sieht er aus. Oben drauf befindet sich ein runder Deckel. Der muss ab. Denn: Kevin Piel, der bei der Firma Solvis in Braunschweig arbeitet, die den Pufferspeicher liefert, muss noch ein paar Teile in den Tank einbauen. An die 20 große Muttern müssen gelöst werden. Schwere Arbeit. Vier Männer sind damit beschäftigt, die Muttern mit großen Schraubenschlüsseln zu lockern.

Als alle Muttern abgedreht sind, hakt der Kran ein und hebt den Deckel vom Tank. Kevin Piel kommt mit einer großen Leiter. Er senkt sie in den Tank und klettert hinein. Im Tank installiert er sogenannte „Schichtenlader“, ein Patent der Firma Solvis. Für den Laien sind das lange, weiße Rohre mit mehreren Öffnungen.

Und so wird das System funktionieren: Auf dem Dach des Fachwerkhauses befinden sich Solarthermiekollektoren, deren Flüssigkeit von der Sonne erwärmt wird. Diese Flüssigkeit wiederum fließt in die „Schichtenlader“ und erwärmt das Wasser im Tank. Das erwärmte Wasser wiederum bedient die Heizung des Fachwerkhauses und versorgt es mit Warmwasser.

Kevin und Kristin Piel hatten das Fachwerkhaus 2014 gekauft. Ihren Traum, ein „Sonnenhaus“ daraus zu machen, erfüllen sie sich gerade. In einem Sonnenhaus, erzählt Kristin Piel, gebe es eine gute Wärmedämmung plus solare Energiegewinnung. Und weil im Winter in Erkerode die Sonne nicht jeden Tag scheint, wird auch die Erdwärme genutzt. Unterm Strich: Das Fachwerkhaus ist dank moderner Technik frei von fossilen Brennstoffen. „Das ist unser Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Kristin Piel.

Zusammengearbeitet haben die Piels mit der „Arbeitsgemeinschaft Historische Bauten“ und dem Energieberater Wulf Groth. Attraktive Förderungen hätten das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und die Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt.

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