Gee Vero spricht in Wolfenbüttel über Autismus

Wolfenbüttel.  Ein Plädoyer für mehr Verständnis unter den Menschen: Das war der Vortrag der Künstlerin und Autorin Gee Vero im Solferino.

Die Künstlerin und Autorin Gee Vero sprach im Solferino über die eigene Biografie.

Die Künstlerin und Autorin Gee Vero sprach im Solferino über die eigene Biografie.

Foto: Privat

Es war die Auftaktveranstaltung einer Vortragsreihe zum Thema Inklusion der DRK-inkluzivo Wolfenbüttel. Gee Vero habe über ihren Alltag und ihre Wahrnehmung als Asperger-Autistin und über den frühkindlichen Autismus ihres Sohnes gesprochen, heißt es in der Pressemitteilung.

Der Begriff Inklusion werde derzeit fast inflationär gebraucht, ohne dass wirklich hinterfragt werd, ob es sich tatsächlich um inklusive Angebote handele, habe Thomas Stoch als Geschäftsführer der DRK-inkluzivo zu Beginn deutlich gemacht. Vielmehr sollten Betroffene und deren Angehörige gefragt werden, welche Hilfen sie tatsächlich benötigten, um besser am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Mit der dreiteiligen Vortragsreihe wolle das DRK ein Zeichen setzen, betroffenen Menschen die Gelegenheit geben, Klartext zu reden. Gee Vero habe zum Auftakt mit ihren scharfen, tiefgründigen und witzigen Beobachtungen gezeigt, was es bedeute, mit Autismus zu leben und wieso es der Gesellschaft so schwer falle, mehr Verständnis für diese Form der Wahrnehmung aufzubringen.„Es gibt nicht den einen Autismus, sondern 69 Millionen.“ Ihr gelänge es zum Beispiel relativ gut, sich anzupassen. Ihr Sohn dagegen habe weniger Möglichkeiten, sich anzupassen. „Menschen mit frühkindlichem Autismus nimmt die Gesellschaft gar nicht wahr“, so Vero.

Eine wirklich barrierefreie und inklusive Gesellschaft müsse auch für ihren Sohn Verständnis aufbringen. „Bei dem Wort inklusiv denken die meisten Menschen nur an die Rampe für Rollstuhlfahrer“, so Vero. Beim Thema Autismus gehe es aber oftmals um eine andere Wahrnehmung, „Mir hilft es immer, andere zu verstehen, wenn sie mir etwas über ihre Wahrnehmung erzählen. Dann kann ich Situationen oft besser einordnen“, so die Künstlerin.

Sie betrachtete das Thema auch auf der Sachebene, erklärte biologische und philosophische Zusammenhänge. Bei Autisten sei die Wahrnehmung auf besondere Weise anders. „Autismus ist eine interessante und anstrengende Variante der Norm.“ So sei die Wahrnehmung stark nach innen gerichtet.

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