Im Fahrradklimatest steht Wolfenbüttel landesweit auf Rang 3

Wolfenbüttel.  In Sachen Fahrradklima steht Wolfenbüttel landesweit gut da. Trotzdem schneidet die Stadt etwas schlechter ab als zu vor zwei Jahren.

Als radlerunfreundlich kritisiert der ADFC die Ampelschaltung am Grünen Platz in Wolfenbüttel.

Als radlerunfreundlich kritisiert der ADFC die Ampelschaltung am Grünen Platz in Wolfenbüttel.

Foto: Kai-Uwe Ruf

Die Farbe rot überwiegt auf der Liste, die Thilo Neumann vom Kreisverband des ADFC für Wolfenbüttel erstellt hat. Und überall wo es rot leuchtet, hat sich das Fahrradklima in der Stadt verschlechtert. Im aktuellen Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) erhält Wolfenbüttel lediglich die Note 3,6. Damit schneidet die Stadt sogar geringfügig schlechter ab als zwei Jahre zuvor. Damals erhielt Wolfenbüttel im bundesweiten Test noch eine 3,5.

Die Note sollen vergleichbar sein mit Schulnoten, erläutern Erica Neumann und Thilo Neumann vom Vorstand des Wolfenbütteler ADFC. Sie geben subjektive Einschätzungen der Radfahrer wieder. Der ADFC erhebt die Daten alle zwei Jahre bundesweit durch Umfragen. Nun liegen die Ergebnisse für 2018 auf dem Tisch.

Im bundesweiten Vergleich etwa gleichgroßer Städte steht Wolfenbüttel gut da. Es reicht immerhin für Rang 13 von 106 Kommunen, landesweit rangiert die Lessingstadt sogar auf Platz drei. Die beste Schulnote gab es für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums. Die Stadt erhielt eine 2,1. „Im Prinzip ist Wolfenbüttel eine ideale Fahrradstadt“, sagt Thilo Neumann.

In Wolfenbüttel habe sich aber kaum etwas zum Positiven verändert. In vielen Bereichen werde die Situation von Radfahrern sogar als schlechter empfunden, als zwei Jahre zuvor, kritisiert der lokale ADFC. „Wir nennen uns zwar fahrradfreundliche Kommune, aber die Radler merken davon nichts“, meint Thilo Neumann und zeigt auf seine Liste.

„Es wurde zu wenig für die Radler getan. Und die Menschen nehmen das nicht wahr, was gemacht wird“, sagt der ADFC-Vorstand. Beispielsweise sei der Lückenschluss zwischen Wendessen und der Schweigerstraße angekündigt, aber nicht ausgeführt worden.

In wichtigen Bereichen wie der gefühlten Sicherheit auf der Straße, beim Miteinander mit Autos und anderen Verkehrsteilnehmern schneidet die Stadt schlecht ab. Und auch der Komfort wird bei weitem nicht gut bewertet. Beim Fahren im Mischverkehr gibt es nur eine 4,2. Die Breite der Radwege wird sogar mit 4,4 benotet. Bei Konflikten mit Kraftfahrzeugen weist der Test die Note 4,0 auf. Fahren auf Radwegen und Radstreifen wird mit 4,1 bewertet. In all diesen Bereichen haben die Wolfenbütteler im Schnitt etwas schlechtere Noten vergeben als vor zwei Jahren. Die Differenzen sind nicht groß. Sie bewegen sich zwischen 0,1 und 0,3 Noten. „Aber die Gesamtnote ist ja schon schlecht. Bei einem Schulzeugnis wäre das ein Fiasko“, sagt Thilo Neumann. „Sicherheit und Komfort stagnieren. Das sind aber ganz wichtige Punkte, um Menschen zum Radfahren in der Stadt zu bewegen“, sagt Erica Neumann.

Ampelschaltungen werden kritisiert. Eine 4,2 vergaben die Wolfenbütteler Radler im Schnitt dafür. Die beiden ADFC-Vertreter nennen die Lindenhallenkreuzung, die Ampelanlage am Grünen Platz sowie die Kreuzung bei McDonald als Beispiele. Dort seien die Radfahrer nach wie vor untergeordnet, Autofahrer würden bevorzugt.

Am schlechtesten schneidet Wolfenbüttel beim Thema Fahrradmitnahme im ÖPNV ab. Eine 4,6 gibt es im Test. Erica Neumann und Thilo Neumann wollen das aber nicht überbewerten. Das Thema spiele in Wolfenbüttel keine große Rolle.

Eine 3,3 gibt es für die Abstellanlagen. Nach wie vor sei das Angebot nicht ausreichend, sagt der ADFC und vermisst auch überdachte Fahrradstellplätze.

Und was ist besser geworden im Vergleich zu 2016? Es gibt mehr für Radler geöffnete Einbahnstraßen (Note 2,2). Besonders in der Heinrichstadt habe sich einiges getan, und das haben die Menschen auch gemerkt“, sagt Thilo Neumann. Wolfenbüttel ist für alte und junge Radler attraktiv (2,8). Die Stadt macht Werbung für das Radfahren ((3,3). Verbessert wurde auch die Führung an Baustellen. Außerdem haben die Radler weniger Sorge vor Diebstählen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (2)