Fritz Hiltner rückt Crammer Hochwasserproblem zu Leibe

Cramme.  In Cramme gibt es immer wieder Hochwasser. Fritz Hiltner hat Vorschläge erarbeitet, wie künftig Überschwemmungen vermieden werden könnten.

Fritz Hiltner hat Vorschläge erarbeitet, wie vermieden werden soll, dass die Meesche in Cramme über die Ufer tritt.   

Fritz Hiltner hat Vorschläge erarbeitet, wie vermieden werden soll, dass die Meesche in Cramme über die Ufer tritt.   

Foto: Kai-Uwe Ruf

(2971) Fritz Hiltner blättert in einem dicken Ordner den er auf den Tisch gelegt hat. Rund 400 Fotos sind darin zu finden: Anschreiben, Listen, Aufstellungen und Erläuterungen dokumentieren wann es wo in Cramme und der nahen Umgebung Überschwemmungen gegeben hat. Der 71-Jährige aber nicht nur Fakten gesammelt, er hat einen Entwurf erstellt, wie man dem Hochwasserproblem in Cramme Herr werden könnte. Aus seinen Plänen und Ideen hat ein Ingenieurbüro ein Konzept zum Hochwasserschutz entwickelt, das am 14. März im Rat der Gemeinde diskutiert werden soll.

Beim großen Hochwasser im Sommer 2017 bekamen auch viele Crammer nasse Füße, erzählt Hiltner. Immer wieder gebe es Überschwemmungen im Dorf. Bei lange anhaltendem Starkregen fließe viel Wasser vom nahen Oderwald hinab. Die kleinen Bäche im Dorf können die Mengen dann nicht aufnehmen und treten über die Ufer.

Hiltner beschloss etwas dagegen zu tun. Er dokumentierte das Geschehen. Zum Beispiel die überschwemmten Felder nahe der Bundesstraße 248 oder den über die Ufer getretenen Bach Nieper, den die die meisten Crammer Meesche nennen. Zudem besuchte der Elektroingenieur im Ruhestand Seminare, um Fachwissen über Hochwasser zu erhalten.

Der Rentner suchte nach Lösungen und machte konkrete Vorschläge. Das Uferprofil der Nieper beispielsweise soll so verändert werden, das der Graben mehr Volumen bekommt und künftig mehr Wasser aufnehmen kann.

Und auch an der kleinen Brücke die die Lobmachtersche Straße am Ortsrand über den Bach führt, müsse man ran, sagt er. Der Durchlass für den Bach soll erweitert werden, wenn die Straße saniert wird. Dann würde der Bach nicht mehr so sehr aufgestaut, erläutert Hiltner.

15 Problempunkte hat er in und um Cramme festgestellt. In seinem Ordner gibt es eine Karte, auf der sie verzeichnet und nummeriert sind. Erläuterungen stellen klar, was dort zu machen ist. Los geht es mit der Maiquelle im Oderwald. Die Fischteiche oberhalb geben das Wasser zwar verzögert ab, sie speichern aber kein Wasser, hat er festgestellt. ansetzen müsse man an den Gräben des Maiquellenbaches. Sie sollten besser gepflegt und zu Wasserspeichern erweitert werden. Außerdem sollten Drosseln eingebaut werden, um die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu verringern.

Hiltner hat sich mit jedem kleinen Bach befasst.

Vorschläge macht der engagierte Crammer auch für den Schulwald des Dorfes. Dort könnte ein Wasserlehrpfad entstehen, schlägt er vor. Wasserräder, schwimmende Mühlen, ein Schöpfwerk, ein Ziehbrunnen wären möglich und könnten für pädagogische Zwecke genutzt werden.

Samtgemeindebürgermeister Marc Lohmann ist beeindruckt von Hiltners Engagement. „Ich kenne das Konzept noch nicht, aber Fritz Hiltner haben wir es zu verdanken, dass wir 7000 Euro Fördermittel für das Projekt bekommen haben. Er habe seine Ideen und Kenntnisse eingebracht und dem für den Hochwasserschutz zuständigen Wasserverband Peine geschildert. Dort sei die Situation bewertet und anschließend ein Ingenieurbüro beauftragt worden.

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