Gericht: Motorradfahrer ignoriert Stauende in Linden

Wolfenbüttel.   Der Fahrer verursachte dabei einen Unfall. Das Amtsgericht Wolfenbüttel geht von einer vorsätzlichen Handlung aus. Der Führerschein ist weg.

Ein Motorradfahrer musste sich vor dem Amtsgericht verantworten. Er wartete in Linden nicht am Stauende, sondern fuhr auf der Gegenfahrbahn am Stauende vorbei und verursachte einen Unfall.

Ein Motorradfahrer musste sich vor dem Amtsgericht verantworten. Er wartete in Linden nicht am Stauende, sondern fuhr auf der Gegenfahrbahn am Stauende vorbei und verursachte einen Unfall.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Ein Motorradfahrer schlängelt sich an Autos am Stauende vorbei, um sich weiter vorne wieder in eine Lücke einzuordnen. Eine Situation, die nicht selten im Straßenverkehr zu beobachten sei, meint der Strafverteidiger Peter Beer vor dem Amtsgericht Wolfenbüttel. Auch wenn er ein solches Verhalten nicht gutheißen wolle.

Doch, gerade einen solchen Fall beschäftigte jetzt das Amtsgericht: Ein 55-Jähriger ignorierte im vergangenen Jahr auf der Halberstädter Straße die wartenden Autos und fuhr dann mit 60 Kilometern pro Stunde auf der Gegenfahrbahn an einer Verkehrsinsel vorbei, weil er zwischen den wartenden Autos in keine Lücke einscheren konnte. Er übersah dabei ein entgegenkommendes Fahrzeug und prallte mit diesem zusammen. Die Autofahrerin blieb unverletzt, der Motorradfahrer brach sich bei dem Unfall das Schienenbein. Die Staatsanwaltschaft beantragte dafür die Entziehung der Fahrerlaubnis.

Strafrichter Holger Kuhlmann sah in dem Verhalten des Motorradfahrers eine vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs und wich vom Strafbefehl der Staatsanwaltschaft nicht ab. Der Angeklagte muss seinen Motorradführerschein dauerhaft abgeben. Sein PKW-Führerschein wird ihm für zwei Monate entzogen. Zudem muss er eine Geldstrafe zahlen.

Bei der Urteilsverkündung berücksichtigte der Richter, dass der Beschuldigte bereits bei der Unfall-Aufnahme gegenüber der Polizei geständig war. Auch während der Verhandlung stritt er den Unfallhergang nicht ab. Das betonte auch der Anwalt des Beschuldigten und forderte, dass seinem Mandat die Fahrerlaubnis nicht entzogen werden sollte.

„Er ist kein Kamikaze-Fahrer und muss nicht verkehrsrechtlich erzogen werden“, sagt der Verteidiger. Sein Mandant habe auch nicht gesehen, dass ihm ein Fahrzeug entgegengekommen sei. Zudem sei der Angeklagte jahrelang unfallfrei gefahren. Auch das berücksichtigte der Richter in seinem Urteil. „Dennoch, ist er mit hoher Geschwindigkeit auf die Gegenfahrbahn gefahren, das war rücksichtlos“, so Kuhlmann. Von einem, fahrlässigen Verhalten könne man hierbei nicht ausgehen, vielmehr sei dies eine vorsätzliche Handlung.

Berücksichtigt wurde im Urteil auch, dass sich der Familienvater bei dem Unfall selbst verletzte, andere Menschen jedoch keine Verletzungen davon trugen. „Die Folgen des Unfalls spüre ich täglich“, sagte der Dettumer.

Vor Gericht sagte der Angeklagte, dass er ohne Führerschein täglich drei Stunden zur Arbeit pendeln müsse. Das spielte für das Strafmaß jedoch keine Rolle.

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