Haftstrafe: Gastronom kauft ein, hat aber kein Geld

Wolfenbüttel.  Ein Gastronom aus dem Kreis bestellte Geräte für fast 10.000 Euro, hatte aber kein Geld. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu einer Haftstrafe.

Das Amtsgericht Wolfenbüttel verurteilte einen 53-Jährigen wegen Betrug zu einer Haftstrafe auf Bewährung.

Das Amtsgericht Wolfenbüttel verurteilte einen 53-Jährigen wegen Betrug zu einer Haftstrafe auf Bewährung.

Foto: Frank Schildener

Kein Geld auf dem Konto hatte ein Gastronom aus dem Kreis Wolfenbüttel. Trotzdem bestellte er bei einem Händler im Internet für fast 10.000 Euro Gerätschaften für eine Gaststätte. Die Ware ist bis heute nicht bezahlt, obwohl die Bestellung schon 2015 rausging. Das Wolfenbütteler Amtsgericht verurteilte den 53-Jährigen am Dienstag zu fünf Monaten Haft. Richter Holger Kuhlmann setzte die Strafe allerdings zur Bewährung aus.

„Es ist ein ganz gewöhnlicher Betrug, wie er immer wieder passiert“, sagte Kuhlmann nach der Verhandlung. Angeklagt war zunächst ein gewerbsmäßiges Vergehen. Das konnte ihm das Gericht jedoch nicht nachweisen, und auch die Staatsanwaltschaft sah keine ausreichenden Hinweise dafür.

Unbestritten war allerdings: Der Angeklagte bestellte im Oktober 2015 bei einem Händler Pizzaöfen, Pizza-Kühler, Kühlschrank, Teigroller und weitere Teile für einen Gastronomiebetrieb. 9337,39 Euro sollen die Artikel gekostet haben.

Der Angeklagte war zu dem Zeitpunkt allerdings in Privatinsolvenz und er hatte kein Geld auf dem Konto.

Obwohl er wusste, dass er nicht würde bezahlen können, habe er die Sachen bestellt, warf ihm Kuhlmann vor.

Der Angeklagte bestritt die Bestellung nicht. Er betonte zunächst aber, er habe nie etwas unterschlagen wollen. Die Sachen seien gar nicht für ihn bestimmt gewesen. Vielmehr habe er für einen anderen Gastronomen bestellt, der ein zweites Geschäft in Hildesheim eröffnen wollte. Von dem Mann, der die Waren bezahlen wollte, habe er aber keine Adresse gehabt.

Kuhlmann war nicht auf lange Diskussionen aus. „Glauben sie, dass die Firma sie beliefert hätte, wenn sie ihr die Gegebenheiten so geschildert hätten?“, fragte er den Angeklagten.

„Wir hatten andere Lieferungen, die wurden immer bezahlt“, erwiderte der Angeklagte. Kuhlmann ließ das unkommentiert.

Zumindest diesmal floss so gut wie kein Geld. Das wurde deutlich, als ein Mitarbeiter der Lieferfirma als Zeuge aussagte. Zwei Lastschriften seien zurückgegangen, erklärte der 33-Jährige. Und auch als später mit dem Angeklagten eine Ratenzahlungsvereinbarung bestand, seien fast alle Zahlungen ausgeblieben. Lediglich eine Überweisung über 500 Euro habe es gegeben.

„Einfacher Betrug. Fünf Monate auf Bewährung“ sagte die Staatsanwältin schließlich. Verteidiger Sönke Vahle schloss sich an.

Kuhlmann sprach das Urteil. Eine Haftstrafe sei angemessen, weil der Angeklagte bereits mehrmals zu Geldstrafen verurteilt worden war. „Das hat den Angeklagten offenbar nicht beeindruckt.“ 3000 Euro muss der 53-Jährige zudem an die Firma zahlen, die er betrogen hat.

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