BGE lässt Sicherheitsanalysen für Schacht Konrad überprüfen

Wolfenbüttel.  Der Kreisumweltausschuss informierte sich über das geplante Atommülllager Schacht Konrad.

Mitglieder des Kreisumweltausschusses des Landkreises Wolfenbüttel schauten sich vor der Ausschusssitzung zum Thema Schacht Konrad die Arbeiten auf der Schachtanlage in Salzgitter an.

Mitglieder des Kreisumweltausschusses des Landkreises Wolfenbüttel schauten sich vor der Ausschusssitzung zum Thema Schacht Konrad die Arbeiten auf der Schachtanlage in Salzgitter an.

Foto: Karl-Ernst Hueske

In Stadt und Landkreis Wolfenbüttel wird viel über die Gefährdungen gesprochen, die vom Atommüll im maroden Atommülllager im ehemaligen Salzbergwerk Asse in Remlingen ausgehen können. Ein weiteres, derzeit noch im Aufbau befindliches Atommülllager befindet sich aber viel näher am Stadtgebiet von Wolfenbüttel als der Asse-Schacht. Es handelt sich um Schacht Konrad in Salzgitter, wo 2028 der erste schwach- und mittelradioaktive Abfall eingelagert werden soll.

Über die Arbeiten zur Einrichtung des Atommülllagers informierte sich der Kreisumweltausschuss des Landkreises Wolfenbüttel am Montag zunächst bei einer Besichtigungstour im ehemaligen Eisenerzbergwerk und am späten Nachmittag auf der regulären Sitzung dieses Gremiums im Landkreisgebäude. Dort informierte Arthur Junkert von der Unternehmenskommunikation der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) die Ausschussmitglieder und die zahlreich erschienenen Besucher der Sitzung. Die Besucher zeigten sich allerdings enttäuscht darüber, dass sie nach dem Vortrag der BGE den Referenten keine Fragen mehr stellen konnten. Umweltdezernent Claus-Jürgen Schillmann bot an, die Fragen aufzunehmen und der BGE zur Beantwortung zu übermitteln. Die BGE ist sowohl Betreiber des künftigen Atommülllagers Schacht Konrad als auch des bestehenden Atommülllagers Asse II.

303.000 Kubikmeter beträgt laut Genehmigung das zulässige Abfallvolumen für Schacht Konrad. In zwei Einlagerungsfeldes, davon eins unter dem Stichkanal Salzgitter gelegen, soll der schwach- und mittelradioaktive Abfall eingelagert werden. Er stammt zu 37 Prozent aus Forschungseinrichtungen und zu 31 Prozent aus stillgelegten Atomkraftwerken. 100.000 Kubikmeter Einlagerungsfläche seien bereits aufgefahren, sprich im Erzbergwerk hergestellt worden, berichtete der BGE-Vertreter. Alle Einlagerungskammern werden neu geschaffen. Es werden also keine alten Abbaukammern verwendet. Die werden zubetoniert.

Angeliefert wird der Atommüll per Bahn über den Bahnhof Beddingen oder per Lastwagen. Gerade die Anlieferung des Atommülls könne Gefahrenpunkte beinhalten, meinte Wolfgang Neumann von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad, der der Landkreis auch als Mitglied angehört. Die Atommülltransporte seien aber nicht Gegenstand des Genehmigungsverfahrens gewesen, betonten Vertreter der AG. Neumann beklagte zudem, dass eine Rückholbarkeit des Atommülls derzeit nicht eingeplant sei und dass es keine Prüfung von Alternativstandorten für ein Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll gegeben habe. Claus Schröter von der AG Schacht Konrad erklärte zudem, dass größere Mengen von Atommüll, zum Beispiel der aus der Asse, bei der Ausweisung von Schacht Konrad nicht berücksichtigt worden seien: „Der Asse-Müll ist einfach vergessen worden.“ Neumann und Schröter betonten beide, dass ein bereits bestehendes Bergwerk eigentlich nicht als Endlager geeignet sei und dass der Stand von Wissenschaft und Technik heute ein anderer sei als zum Zeitpunkt des Planfeststellungsbeschlusses, der schon 2002 erfolgt sei.

Vertreter der BGE versicherten abschließend, dass beim Stand von Wissenschaft und Technik nachjustiert werde, wobei dazu extra unabhängige Fachleute hinzugezogen werden. Alle Sicherheitsanalysen würden überprüft, versprachen die BGE-Vertreter.

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