Unfall in Schandelah: Schranke reißt Bus auf

Schandelah.  Die Busfahrerin missachtete eine rote Ampel an einem Bahnübergang. Als sich die Schranke senkte, bohrte sie sich in den Bus.

So sah der Linienbus nach dem Unfall am Schandelaher Bahnübergang aus.

So sah der Linienbus nach dem Unfall am Schandelaher Bahnübergang aus.

Foto: Marc E.

Ein sich absenkender Schrankenbaum hat am Donnerstagnachmittag am Bahnübergang in Schandelah einen Linienbus schwer beschädigt. Die Busfahrerin (45) blieb unverletzt. Ob sich Fahrgäste zum Zeitpunkt des Unfalls im Bus befanden, ist unklar. Das teilte Polizeihauptkommissar Sven Wiedenbein vom Polizeikommissariat Wolfenbüttel auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Eine Facebook-Nutzerin berichtete davon, dass zum Unfallzeitpunkt Kinder im Bus gewesen sein sollen. Als die Polizei am Unfallort eintraf, habe sie keine Fahrgäste mehr angetroffen, so Wiedenbein weiter. Der Unfall hat sich nach Angaben der Deutschen Bahn AG gegen 13.40 Uhr in Schandelah ereignet.

Die Busfahrerin habe offenbar das Rotlicht der Ampel am Bahnübergang missachtet. Als sie von der Straße Hinter der Bahn nach rechts in den Sandbach eingebogen sei, habe die Ampel gerade auf Rot geschaltet. Die Busfahrerin habe aber nicht gestoppt, sondern sei weitergefahren. Genau in diesem Moment habe sich der Schrankenbaum gesenkt. Er habe den oberen Dachrand des Busses gestreift und ihn dann seitlich aufgerissen.

Während der Schrankenbaum nur leicht beschädigt worden sei, habe der Antrieb der Schrankenanlage einen stärkeren Schaden abbekommen, teilte der Polizeisprecher mit. Sabine Brunkhorst, Pressesprecherin bei der Deutschen Bahn AG, sagte, dass der Schrankenbaum und der -antrieb repariert würden. Dazu müssten aber erst Ersatzteile beschafft werden. Daher sei der Bahnübergang vorübergehend gestört.

Wenn die Schranken am Bahnübergang aufgrund einer Störung nicht geschlossen werden können, müsse sich der Lokführer zur Sicherung an ein bestimmtes Vorgehen halten. Der zuständige Fahrdienstleiter erteile dem Triebfahrzeugführer den schriftlichen Befehl, vor dem entsprechenden Bahnübergang zu stoppen.

Durch das Andreaskreuz sei die Vorfahrt für Schienenfahrzeuge klar geregelt. Der Triebfahrzeugführer mache sodann auf sich aufmerksam. In der Regel gebe er ein Pfeifsignal. „Wenn der Straßenverkehr dies zulässt, fährt er langsam im Schritttempo auf den Übergang. Wenn der Zug die Mitte des Überweges erreicht hat, ist dieser gesichert. Der Zug fährt dann normal weiter“, berichtete die Pressesprecherin. Dieses Prozedere sei in den geltenden Vorschriften eindeutig geregelt.

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