Im Kreis gibt es ein Pilotprojekt zum Hochwasserschutz

Schladen.   Der Landkreis Wolfenbüttel wird Teil eines Pilotprojekts, mit dem der Hochwasserschutz verbessert werden soll. 150 Maßnahmen sind geplant.

Während des Hochwassers 2017 war die Feuerwehr in Schladen auch an der Hochwasserschutzmauer in Schladen im Einsatz. Wäre die Oker noch zehn Zentimeter höher gestiegen, wäre die Mauer überflutet worden.

Während des Hochwassers 2017 war die Feuerwehr in Schladen auch an der Hochwasserschutzmauer in Schladen im Einsatz. Wäre die Oker noch zehn Zentimeter höher gestiegen, wäre die Mauer überflutet worden.

Foto: Stephanie Memmert (Archiv)

Mehr Geld für den Hochwasserschutz gibt es für den Kreis Wolfenbüttel. Die Flussgebietspartnerschaft nördliches Harzvorland soll zweites Pilotprojekt für den Hochwasserschutz in Niedersachsen werden. Das teilt Andreas Memmert mit. Der Bürgermeister der Gemeinde Schladen-Werla ist Sprecher der Flussgebietspartnerschaft. Umweltminister Olaf Lies habe habe ihm sowie den Landtagsabgeordneten Frank Oesterhelweg (CDU) und Marcus Bosse (SPD) zugesichert, das Projekt gezielt finanziell zu unterstützen. Das Land will 27 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die muss sich Flussgebietsgemeinschaft allerdings mit der Gebietskooperation Hochwasserschutz Innerste teilen, die ebenfalls als Pilotprojekt unterstützt wird.

Zur Partnerschaft im nördlichen Harzvorland gehören neben dem Landkreis Wolfenbüttel die Stadt Wolfenbüttel, die Samtgemeinden Elm-Asse, Oderwald und Baddeckenstedt und die Gemeinde Schladen-Werla. Mit dabei sind laut Memmert außerdem die Samtgemeinde Lutter am Barenberge, die Gemeinde Liebenburg und die Stadt Langelsheim. Die Städte Goslar und Seesen wollen ebenfalls beitreten, sagt der Sprecher.

Wieviel Geld die Flussgebietspartnerschaft aus dem gemeinsamen Topf erhält, hängt laut Memmert von den Projekten ab. „Wir sollen exemplarisch für Hochwasserschutz stehen. Alle unsere Maßnahmen sollen umgesetzt werden“, sagt Schladen-Werlas Bürgermeister.

Und das sind wohl eine ganze Menge. 150 Maßnahmen zum Hochwasserschutz hat die Flussgebietspartnerschaft laut Memmert entwickelt. Umgesetzt werden sollen sie an 700 Kilometern Flussläufen im Harzvorland unter anderem an der Oker, Ilse, Altenau, Warne und den Nebenflüssen.

Was soll passieren? „Wir brauchen ein kluges Flächenmanagement“, erklärt Memmert. Man müsse für mögliche Überschwemmungen Flächen zur Verfügung stellen. Dafür müssen man mit Landwirten verhandeln, ihnen Areale abkaufen oder mit ihnen Gebiete zum Tausch anbieten.

Wichtig sei eine hochwasserbezogene Flurbereinigung. Nicht alle Überflutungsgebiete müssten allerdings aus der Bewirtschaftung herausgelöst werden. Man könne mit Landwirten Verträge schließen und darin festlegen, dass Felder für temporären Überflutungen zur Verfügung stehen. Im Falle eines Hochwassers würden die Landwirte dann entschädigt werden.

Ein weiterer Plan: Auwiesen und Auwälder könnten wieder hergestellt werden. Das habe auch einen hohen Naturschutzwert.

Aber nicht überall werde das genügen. An manchen Orten müssten zum Hochwasserschutz auch mobile Dämme eingesetzt werden. An anderen Stellen müssten eventuell Mauern und deiche gebaut werden. In solchen Fälle sie es aber notwendig anderenorts wieder einen Ausgleich zu schaffen.

Memmert geht zunächst von einem Zeitrahmen von etwa fünf Jahren aus. „Es wird Zeit, dass wir endlich handeln können“ sagt er. Sei 2012 sei die Partnerschaft für den Hochwasserschutz am Start. Bislang habe das Land aber viel zu wenig Geld zur Verfügung gestellt.

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