„Radfahrer wollte von der Polizei erschossen werden“

Wolfenbüttel.  Der Radfahrer, der erst einen Autofahrer und dann zwei Polizisten mit einer Pistole bedrohte, macht widersprüchliche Aussagen.

Ein 57-jähriger Radfahrer soll am Sonntagabend mit einer scharfen Pistole auf zwei Polizisten geschossen haben.

Ein 57-jähriger Radfahrer soll am Sonntagabend mit einer scharfen Pistole auf zwei Polizisten geschossen haben.

Foto: symbolfoto: dpa

Der Radfahrer (57), der am Sonntag zwischen Bansleben und Schöppenstedt erst einen Autofahrer (63) und dann in Schöppenstedt zwei Polizisten (39 und 56) mit einer Pistole bedroht hatte und auf die Köpfe der Beamten sogar abgedrückt haben soll, hat bei seiner Vernehmung gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig widersprüchliche Angaben gemacht. Staatsanwalt Hans Christian Wolters: „Der Radfahrer wollte von der Polizei erschossen werden.“

Das habe der 57-Jährige in seiner Vernehmung gesagt. Er habe aber auch gesagt, er habe nur einen Warnschuss abgeben wollen.

„Das aber passt nicht zu seiner Aussage, er habe von der Polizei erschossen werden wollen. Und es passt auch nicht zu der Aussage der beiden Beamten, der Mann habe auf ihre Köpfe gezielt und abgedrückt“, meinte Wolters. Wie berichtet, hatte sich dabei kein Schuss aus der Pistole gelöst.

Allerdings hatte einer der Beamten zurückgeschossen, den 57-Jährigen aber verfehlt. Das Projektil aus der Dienstwaffe des Polizisten schlug am Berliner Ring in Schöppenstedt in ein geparktes Auto ein.

Nach Polizeiangaben begonnen hatte der Konflikt, als der Autofahrer am Sonntag gegen 17 Uhr den Radfahrer zwischen Bansleben und Schöppenstedt überholt habe. Polizeisprecher Frank Oppermann berichtete, dass der Radfahrer plötzlich eine Waffe gezeigt und in Richtung des Autofahrers gehalten habe. Der Autofahrer sei dann nach Schöppenstedt gefahren, um von zu Hause aus die Polizei zu rufen.

Die beiden Polizisten hätten bei ihm in der Wohnung die Anzeige aufgenommen und als sie wieder zu ihrem vor dem Haus geparkten Fahrzeug hätten gehen wollen, habe der Radfahrer schon vor dem Haus gewartet. Oppermann berichtete, dass der Radfahrer die beiden Polizisten ohne eine Vorwarnung mit der scharfen Pistole bedroht habe. Beide Beamte hätten ausgesagt, dass der Mann auf ihre Köpfe gezielt und auch abgedrückt habe. Warum der Schuss nicht ausgelöst wurde, ist bislang noch unklar.

Der Radfahrer sei deutscher Nationalität ohne Migrationshintergrund. Es handele sich um einen Kleinkriminellen, der den Ordnungshütern durch Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung und Diebstähle aufgefallen sei.

Unterdessen seien alle Zeugen vernommen worden, sagte Wolters: Der Radfahrer, der Autofahrer und seine Frau sowie die beiden Polizisten. Andere Zeugen gebe es nicht. „Neue Erkenntnisse können wir nur noch aus dem Gutachten über die Waffe gewinnen“, so der Staatsanwalt.

Die Pistole wird derzeit beim Landeskriminalamt Hannover untersucht. Der 57-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft. Bis zum Prozess werde es noch mehrere Wochen dauern, so Wolters.

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