Dorstadt sucht nach einer Hochwasserlösung

Dorstadt.   Dorstadt will sich besser gegen Hochwasser schützen. Nach einem Treffen mit Einwohnern und dem Landkreis soll nun ein Fachbüro Vorschläge liefern.

Viele Dorstädter litten unter dem vergangenen Wasser im vergangenen Jahr. Bürgermeister Bruno Polzin zeigt auf unserem Archivfoto Sperrmüll, der vor Häusern steht.

Viele Dorstädter litten unter dem vergangenen Wasser im vergangenen Jahr. Bürgermeister Bruno Polzin zeigt auf unserem Archivfoto Sperrmüll, der vor Häusern steht.

Foto: Maria Böhme (Archiv)

In einem Teil von Dorstadt könnte ein kleiner Wall die Anwohner vor Hochwasser besser schützen. Aber Hinter dem Kloster müssen umfangreichere Lösungen her. Ein Fachbüro soll Vorschläge erarbeiten. Das gehört zu den Ergebnissen eines Treffens, zu dem neben den betroffenen Einwohnern, Vertreter des Landkreises, der Samtgemeinde, der Gemeinde und des Wasserverbands Peine eingeladen waren.

Zwei Bereiche des Dorfes waren vom Hochwasser im vergangenen Jahr besonders betroffen, erklärt Bürgermeister Bruno Polzin gegenüber unserer Zeitung. Am Bruch in Richtung Heiningen habe vor allem Grundwasser für Schäden gesorgt. Zum Schutz gegen fließendes Wasser sei es dort wohl ausreichend, einen 30 bis 40 Zentimeter hohen Wall zu errichten. Gegen das Grundwasser könne man damit allerdings wenig ausrichten.

In Dorstadt stehe das Grundwasser ohnehin sehr hoch. Das sei eine Besonderheit des Ortes, teilt de Landkreis mit. Gegen das ansteigende Grundwasser sei ein Schutz mit einem Wall nicht sinnvoll, weil das Wasser dann nicht ablaufen könne. Ein weiteres Problem laut Landkreis: Die Kanalisation in Dorstadt ist für ein großes Hochwasserereignis nicht ausgelegt. Bei Starkregen werde das zu einem Problem. Das Wasser drücke aus der Kanalisation hoch und überschwemme die Straßen. „Hier muss die Gemeinde genau prüfen, welche Linienschutzmaßnahmen umsetzbar und sinnvoll sind“, schreibt Landkreissprecherin Lisa Burfeind.

Anders stelle sich die Situation an der Straße hinter dem Kloster dar. Die Wassermassen aus der Oker und der Warne machten den Anwohnern zu schaffen und überfluteten die Wohnungen. Dort stand das Wasser an einigen Stellen bis zu 1,50 Meter hoch, erinnert sich Polzin: „Eine Verwallung reicht dort nicht aus. Wir brauchen sachkundige Hilfe.“

Geklärt werden müsse unter anderem, woher das Waser genau komme. Sei es der Oker zuzurechnen oder der Warne? Was könne man gegen die Überflutung tun? Bis man fundierte Ergebnisse habe, könne es einige Zeit dauern. Ohne solide Basis seien aber keine sinnvollen Ergebnisse zu erwarten.

Während des Treffen habe man die Situation mit den theoretischen Werten eines hundertjährigen Hochwassers verglichen, berichtet der Landkreis. Außerdem habe man festgestellt, dass die tatsächlichen Geländehöhen nicht mit den früheren Feststellungen des Überschwemmungsgebiets übereinstimmen. Nun soll neu gemessen werden.

Thematisiert wurden laut Lohmann auch die Pumpstation und die Trafostation im Ort. „Diese Versorgungseinrichtungen müssen unbedingt arbeiten“, betonte der Samtgemeindebürgermeister. Beim vergangenen Hochwasser seine sie ausgefallen. Die LSW habe sich nun bereits mit der Trafostation befasst. Die Pumpstation sei hingegen eine Aufgabe der Gemeinde.

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