Eigentümer will das Prinzenpalais in eine Stiftung überführen

Wolfenbüttel  Die Restaurierungsarbeiten beginnen und werden bis 2025 2,2 Millionen Euro kosten.

Mindestens jeder Besitzer des Anfang des 16. Jahrhunderts erbauten Hofbeamtenhauses an der Reichsstraße 1 hat im Laufe der Jahrhunderte in diesem besonderem Haus gegenüber der Hauptkirche Beatae Mariae Virginis seine Spuren hinterlassen. 16 verschiedene Schichten haben die Restauratoren bei ihren Untersuchungen für einen Masterplan im Prinzenpalais in den vergangenen Monaten gefunden, teilweise freigelegt und mit Informationszetteln versehen.

Der 158 000 Euro teure Masterplan des Architekturbüros Kleinenberg bildet die Grundlage für die Restaurierungsarbeiten, die noch in diesem Jahr beginnen werden, so Dr. Ulrich Thiele, der Eigentümer des Prinzenpalais.

150 000 Euro sind vorgesehen , um das Dach über dem historischen Festsaal, der auch Hauptveranstaltungsort der Kulturinitiative TonArt ist, „in Statik und Dichtigkeit zu sichern“. Zu den ersten Maßnahmen gehört auch die Überarbeitung der Fenster und Türen im Festsaal. Erste Zuschusszusagen für diese Baumaßnahmen liegen bereits vor.

In einem zweiten Schritt sollen dann im nächsten Jahr die Decken und Wände im Festsaal aufwändig restauriert werden, damit der Festsaal seinem Namen wieder gerecht wird.

Insgesamt 2,2 Millionen Euro werden laut Masterplan für die Restaurierung des Prinzenpalais erforderlich sein. Erste Schätzungen gingen vor einigen Monaten zunächst sogar von höheren Beträgen aus.

Aber auch die 2,2 Millionen Euro kann der Eigentümer nicht allein stemmen. Er hofft auf die Unterstützung des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz, der Mast-Jägermeister-Stiftung, der Bingo-Umweltstiftung sowie des Zukunftsfonds Asse, der auch schon neues Mobiliar für den Festsaal gesponsort hat.

Bis 2025 wird die Restaurierung in Teilabschnitten dauern. Und diese Zeit wollen Thiele als Hauseigentümer und die Nutzer des Gebäudes, unter anderem die Kulturinitiative TonArt, der Kunstverein und der Kulturstadtverein, dazu nutzen, um die öffentliche Nutzung des Gebäudes zu sichern. Thiele erklärte: „Mit Beendigung der Restaurierungsphase ab 2025 soll das Prinzenpalais als Kulturzentrum im Herzen der Stadt konsolidiert werden.“

Dazu will Thiele das Gebäudeensemble in den Besitz einer Stiftung überführen, die das Haus dann weiterbetreiben kann, „um die kulturelle Nutzung der musealen Bereiche weiterhin zu sichern“. Zugleich soll die Stiftung für die Kulturarbeit im Palais sorgen. Durch Mieteinnahmen aus den vermieteten Wohnungen kann die Stiftung auch Gelder erwirtschaften für den Unterhalt des Gebäudes.

Diese Pläne hat Thiele mit den TonArt-Vorstand schon abgestimmt. Dazu erklärte Thiele: „Durch die Überführung des Gebäudes in eine Stiftung zum Erhalt des Kulturzentrums will ich die Kultur in diesem Wolfenbütteler Denkmal für alle Zeit sichern.“

Doch bis dahin ist noch ein langer Weg. Zunächst muss nun noch die Baugenehmigung für die öffentliche Nutzung des Gebäudes eingeholt werden. Zu den Baumaßnahmen gehören dann auch noch ein externer Aufzug sowie Sanitäranlagen, um die von Zuschussgebern geforderte Barrierefreiheit sicherzustellen. Die Baumaßnahmen werden dazu führen, dass im Eingangsbereich zwei Wohnungen verkleinert werden müssen.

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