Optiker mit Kennerblick übernimmt Brillenladen

Wolfenbüttel  Ingo Lutz führt nun das Traditionsgeschäft in den Krambuden.

Augenoptikermeister Ingo Lutz hat im Januar das Geschäft von Jobst Hanssen in den Krambuden übernommen. Sein Leben lang trägt Lutz eine Brille. Seine aktuelle kommt aus dem 3-D-Drucker.

Augenoptikermeister Ingo Lutz hat im Januar das Geschäft von Jobst Hanssen in den Krambuden übernommen. Sein Leben lang trägt Lutz eine Brille. Seine aktuelle kommt aus dem 3-D-Drucker.

Foto: Maria Böhme

Beratung auf den ersten Blick. Das hat Augenoptikermeister Ingo Lutz im Angebot. „Wenn jemand ins Geschäft kommt, dann weiß ich zu 99 Prozent, welche Brille passt.“ Das erste Gestell, das er dem Kunden zeige, sei meist auch das richtige.

Diese Gabe habe auch seine Mitarbeiterin Marion Luise Hanssen. Sie ist die Ehefrau des Gründers und ehemaligen Inhabers des Brillengeschäfts Hanssen. Im Januar hat Ingo Lutz den Laden von ihm übernommen. Nun heißt er „Hanssen by Herr Lutz“.

Lutz ist kein Unbekannter in dem Fachgeschäft. Seit 1987 ist der 46-Jährige dabei. Angefangen hat alles mit einem Schülerpraktikum. Das war Schicksal, sagt Lutz heute. Damals sei er mit seiner Mutter durch die Stadt gegangen und habe überlegt, wo er gerne reinschnuppern könnte. Dann kamen sie an dem 1970 gegründeten Geschäft vorbei. „Als Kind wollte ich Archäologe werden, aber ich habe schon immer eine Brille getragen. Und Augenoptiker fängt auch mit A an“, sagt Lutz und lacht. Nach dem Praktikum fragte Lutz nach einem Ausbildungsplatz. Jobst Hanssen antwortete: „Wenn Du sofort einschlägst, dann halte ich dir die Stelle eineinhalb Jahre frei.“ Gesagt, getan.

Nach über 30 Jahren brennt der Augenoptikermeister noch immer für seinen Beruf. Online-Optiker wie Mister Spex oder Ketten wie Fielmann machen ihm keine Angst: „Natürlich merken wir auch den Online-Handel, aber bei weitem nicht so wie andere. Wir sprechen ein anderes Klientel an.“

Seine Kunden würden auf Qualität und Nachhaltigkeit setzen. Und das treffe auf Jung und Alt zu. Manche kämen sogar aus Hamburg, Berlin und Süddeutschland nach Wolfenbüttel, um sich neue Gestelle zu kaufen. Als „exklusiv“ bezeichnet der Optiker das Sortiment. Viele kleine Hersteller, die beispielsweise in Deutschland und Österreich produzieren und teilweise international angesagt sind. Fast alle großen Marken habe er rausgeschmissen. Die Qualität habe nicht mehr gestimmt.

Das Geschäft laufe wirklich gut. „Wenn andere Händler klagen, dann läuft es bei uns. 2016 zum Beispiel, als wir die Baustelle vor der Tür hatten, war unser bestes Jahr in der Firmengeschichte.“ Er halte nichts vom ewigen Wehklagen anderer Händler: „Ich kann mich nicht hinstellen und sagen: In Wolfenbüttel ist alles schlecht. Ich muss meinen Markt bearbeiten.“ In den letzten zehn Jahren habe sich einiges getan in der Stadt. Vor allem im Bereich der Krambuden sei vieles passiert. „Es ist viel heller und lebendiger. Das Pflaster ist toll und auch das Wasserspiel.“ Lutz will Arbeitsplätze schaffen. Ab September will er seinen Traumberuf einem Auszubildenden näherbringen.

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