Hunderte Menschen demonstrieren in Wolfenbüttel für den Frieden

Wolfenbüttel  Die Veranstaltung am 23. Dezember in Wolfenbüttel ist bei der Stadt angekündigt worden. Viele Einwohner sind trotzdem überrascht.

Der Veranstalter spricht von 400, die Polizei hingegen von 200 Demonstranten in der Innenstadt. Foto aus Video: privat

Der Veranstalter spricht von 400, die Polizei hingegen von 200 Demonstranten in der Innenstadt. Foto aus Video: privat

Stell Dir vor, es ist Demo – und keiner weiß davon. Viele unserer Leser, die am Sonnabend vor Weihnachten in der Wolfenbütteler Innenstadt unterwegs waren, wunderten sich über eine Schar an Menschen, die in der Fußgängerzone demonstrierte. Einige schwenkten die Nationalflagge der Republik Türkei. Für was diese Menschen aber auf die Straße gegangen waren, blieb vielen verborgen.

„Es war eine Demonstration für den Frieden im Nahen Osten und Frieden auf der ganzen Welt“, erklärt Birol Aksoy, der die Veranstaltung bei der Stadt angekündigt hatte. Schon öfter habe er, Aksoy, als Privatperson Demonstrationen in Wolfenbüttel veranstaltet. Das letzte Mal 2015. Er gehöre keiner Partei oder Ähnlichem an. Der Wolfenbütteler Makler habe dieses Mal vor allem gegen den Umstand demonstrieren wollen, dass US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als offizielle Hauptstadt Israels anerkannt hat. Eine Woche vor der Veranstaltung habe er diese angemeldet.

Zufrieden war er mit der Resonanz allerdings nicht. Circa 400 Demonstranten habe er gezählt. „Wir hatten sehr viel mehr erwartet. Viele waren wohl einkaufen“, vermutet der 50-Jährige.

Polizeisprecher Frank Oppermann geht hingegen von 200 Demonstranten aus. Um 15 Uhr habe die Demo auf dem Schlossplatz vor dem Zeughaus mit einer Kundgebung begonnen, berichtet Oppermann, der den Zug selbst begleitete.

Nach einer etwa 25-minütigen Rede hätten sich die Demonstranten dann Richtung Lange Herzogstraße bewegt. Über die Breite Herzogstraße, den Kornmarkt und den Schulwall seien die Demonstranten wieder zum Schlossplatz gelangt. 16.15 Uhr war die Demo laut Polizei beendet.

Stadtsprecher Thorsten Raedlein bestätigt, dass die Veranstaltung bei der Stadt angekündigt worden sei. Auch wenn dies nicht notwendig gewesen sei. „Man muss eine Demonstration nicht bei der Stadt anmelden oder genehmigen lassen“, erklärt Raedlein. Man könne die Veranstaltung auch nur bei der Polizei ankündigen.

„Geruhsam und gesittet“ sei es in jedem Fall am 23. Dezember zugegangen, sagt Polizeisprecher Oppermann. „Ein bisschen Frieden“ von der deutschen Schlagersängerin Nicole aus dem Jahr 1982 sei bei der Demo erklungen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (1)