Brix, Pink und Salle-Eltner waren Gast der Late-Night-Show

Wolfenbüttel  Bei der Late-Night-Show in der Wolfenbütteler Lindenhalle waren die drei Kandidaten der Bürgermeisterwahl zu Gast.

Martin Tschupke (r.) und Carsten Schrader (2. v. r) hatten ihren Spaß beim Interviewen der Bürgermeister-Kandidaten.

Martin Tschupke (r.) und Carsten Schrader (2. v. r) hatten ihren Spaß beim Interviewen der Bürgermeister-Kandidaten.

Foto: Stephan Hespos

Ein Grüner mit (fast) schwarzem Sakko, ein Schwarzer mit rotem Pulli und eine Rote mit grünen Schuhen: So saßen sie da, die drei Wolfenbütteler Bürgermeister-Kandidaten. Der politischen Farbenlehre entsagten sie auf der Showbühne in der Lindenhalle nicht nur äußerlich. Das Thema Politik blieb Tabu.

Astrid Salle-Eltner (SPD), Stefan Brix (Grüne) und Thomas Pink (CDU) stellten sich den Fragen des kongenialen Blödel-Duos Tschupke-Schrader. Erstaunlich aber, wie handzahm sich die einstigen Comedy-Anarchos zeigten. Ein paar harmlose Späßchen, ein zwei kritische Fragen – da war zu viel Respekt im Spiel. Schade.

So konnte sich das Polit-Trio forsch und selbstbewusst präsentieren, während sich die Entertainer zurücknahmen. Das vorhandene Potenzial blitzte nur im Bürgermeisterspiel auf. Die Kandidaten mussten dabei Fragen zur Stadt beantworten.

Die Nicht-Wolfenbüttelerin Salle-Eltner kannte den Fümmelsee, Brix wusste, dass 2004 Lessingjahr war, nur Pink patzte: Er machte Herzog August zum Gründer der Herzog-August-Bibliothek, was namentlich naheliegt. Doch es war Herzog Julius.

Über politische Inhalte wurde nicht diskutiert. Nur einmal ganz kurz: Carsten Schrader und Martin Tschupke ertrotzten sich die Zusage der Bewerber, im Falle ihrer Wahl die Show „on air tonight“ weiter mit Mitteln zu bedenken. Welch kluger Schachzug!

Ansonsten gab es viel Gewohntes – etwa die trockenen Witze von Sidekick Jobst. Talkgast Marc Angerstein plauderte über das Radiomachen und sein Online-Portal. Das wirkte leider wie eine Dauerwerbesendung.

„Ich war Mitglied einer gelben Splitterpartei“, bekannte er – was viele Besucher wussten, immerhin war Angerstein Ratsmitglied. Was hingegen kaum jemand ahnte: Der Mann hat im Wolfenbütteler Restaurantgewerbe gelernt.

Musiker Peter van der Meer sang herzzerreißend über Frösche und spielte dazu Ukulele. Bei der gefürchteten Presseschau bekam dann vor allem unsere Zeitung ihr Fett weg.

Für viel Gelächter sorgten zudem die Videobeiträge, die Schrader und Tschupke auf dem Stadtmarkt und in der Lindenhalle aufgenommen hatten: Sie hielten Wolfenbüttelern einfach mal so zu aktuellen Fragen ein Mikro unter die Nase. Köstlich! Und dann waren da noch die Jona-Sisters, ein bewährter Programmpunkt. Die Tänzerinnen brachten Schwung und viel gute Laune rein.

Für die Darbietungen gab es großen Applaus. Auch von den ausgeteilten Knackfröschen wurde rege Gebrauch gemacht. Die Show war gut und souverän, man hat Schrader und Tschupke aber schon besser gesehen. Vielleicht lag das am nicht ganz einfachen Kandidaten-Check. Ein paar neue Ideen wären auch ganz gut ...

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (19)